Was bedeutet die Überarbeitung der Europäischen CSR-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen? - 26.1.2021

VHB expert Karina Sopp zur nicht-finanziellen Berichterstattung

Im ersten Quartal 2021 ist der Entwurf für eine überarbeitete Corporate Social Responsibility (CSR)-Richtlinie zu erwarten. Nachdem im Jahr 2014 erste umfassende unionsrechtliche Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung formuliert wurden, werden diese nun zum ersten Mal in ihrem vollen Umfang überarbeitet.

Karina Sopp, Professorin für Entrepreneurship und betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der TU Bergakademie Freiberg, stellt drei Thesen zu den Neuerungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf:

Die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung ziehen merklich an

Seit 2017 sind bestimmte Unternehmen in der EU verpflichtet, über ihre Nachhaltigkeitsleistung – in Form der sog. nichtfinanziellen Berichterstattung – Rechenschaft abzulegen. Mit der anstehenden Überarbeitung der CSR-Richtlinie ist zu erwarten, dass die Nachhaltigkeitsberichterstattung in Zukunft weit umfangreicher ausfallen wird. Absehbar ist gleichzeitig ein erleichterter Zugang durch eine digitale Bereitstellung und eine verpflichtende externe Prüfung.

Der Mittelstand wird sich intensiver mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung befassen müssen

Mit der Überarbeitung der CSR-Richtlinie werden vor allem große bzw. börsennotierte Unternehmen zur nichtfinanziellen Berichterstattung verpflichtet werden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass – über kurz oder lang – auch der Mittelstand betroffen sein könnte. Ohnehin gilt, dass zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtete Unternehmen auch über Nachhaltigkeitsleistungen in ihrer Lieferkette zu berichten haben.

Verstärkte Anknüpfung der Kapitalkosten an die Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die verstärkte Anknüpfung der Kapitalkosten an die Nachhaltigkeitsberichterstattung ergibt sich über die Anforderungen, die neuerdings an Finanzunternehmen bei der Festlegung ihrer Investitionsentscheidungen herangetragen werden. Entsprechende EU-Verlautbarungen drängen Finanzunternehmen dazu, bei Investitionsentscheidungen Nachhaltigkeitsbelange in ihre Prozesse zu integrieren.

2.150 Zeichen inkl. Leerzeichen

--

Professorin Sopp ist eine von rund 160 VHB experts. Nehmen Sie Kontakt über unsere Suchfunktion auf!

Sie recherchieren zu einem anderen BWL-Thema? Den richtigen Ansprechpartner für Ihren journalistischen Beitrag finden Sie hier, unter 0551-7977 8566 oder experts@vhbonline.org.

Wir freuen uns über Ihr Interesse!

--

 

Photo by Guillaume de Germain on Unsplash