Black Friday aus Nachhaltigkeitsperspektive - 27.11.2020

VHB expert Rüdiger Hahn

Heute ist „Black Friday“ und die Schnäppchenjagt ist im vollen Gang. Doch wie ist der „Black Friday“ aus Nachhaltigkeitsperspektive zu bewerten?

Der „Black Friday“ zementiert umweltschädliche Konsumgewohnheiten

Wir leben bereits aktuell deutlich über unsere Verhältnisse (vgl. z.B. https://www.overshootday.org/newsroom/country-overshoot-days/). Dies liegt auch am Konsumdrang, der durch etwas wie den „Black Friday“ gestärkt wird. Kunden fragen Produkte nach und wollen oft etwas Neues. Die Industrie liefert und befeuert oft die Nachfrage, sie bringt Innovationen hervor und die neuesten „Gimmiks“. Und der Black Friday sorgt für Aufmerksamkeit! Diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist schwer, weil viele Akteure von dem System profitieren und sich viele Gewohnheiten gebildet haben.

Unsere aktuelle Wirtschaftsweise ist kein Naturgesetz - es geht auch anders

Es ist keine Notwendigkeit, dass z.B. alle Produkte am Ende der Lebensdauer einfach entsorgt werden. So kann die Lebensdauer durch hochwertige Qualität verlängert werden, so dass es gerade nicht beim nächsten Black Friday ausgetauscht werden muss. Viele Produkte könnten auch so gebaut werden, dass sie leichter repariert werden können (siehe z.B. hier: https://www.heise.de/ct/artikel/Die-EU-bastelt-an-einem-Recht-auf-Reparatur-4564123.html). Auch eine bessere Recylingfähigkeit z.B. durch modulares Design ist denkbar und nicht zuletzt die Frage, ob ein Produkt denn überhaupt immer hergestellt oder gekauft werden muss oder ob es nicht auch ohne geht. Wenn wir es mit Umweltschutz ernst nehmen, müssen wir unsere aktuelle Wirtschaftsweise und damit auch den „Black Friday“ kritisch hinterfragen. Neben technischen Kreislauf- oder Effizienzlösungen stellt sich für jeden einzelnen die Frage, ob es denn wirklich das nächste neue Gimmik sein muss oder ob es das alte nicht noch etwas länger tut oder repariert werden kann oder ob wir an manchen Stellen auch mal verzichten können.

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Foto: Meghan Rodgers auf Unsplash.com