Managerpsyche in der Pandemie

Lorenz Graf-Vlachy

Kontakt: 

graf-vlachy@escp.eu
http://www.graf-vlachy.com

 

Manager kommen gut durch die Pandemie.

Die Häufigkeiten von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen unter Managern lagen zu Beginn der Pandemie unter denen anderer betroffener Berufsgruppen. Dies ist zunächst erfreulich, weil Manager per Definition Führungstätigkeiten ausüben und kranke Manager einen entsprechend negativen Einfluss auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter haben können.

Psychische Erkrankungen erleiden besonders häufig diejenigen, die viel nebenbei erledigen müssen.

„Illegitime Aufgaben“ umfassen sowohl unnötige Tätigkeiten als auch als unangemessen wahrgenommene Tätigkeiten, zum Beispiel die Übernahme von organisatorischen Detailarbeiten, den zusätzlichen Koordinations- und Informationsaufwand für Mitarbeiter*innen im Home Office oder die Betreuung von Kindern, wenn Schulen und Kitas schließen.

Die Reorganisation von Arbeits- und Führungsabläufen ist sinnvoll.

Um die psychische Belastung von Managern (und damit auch die ihrer Mitarbeiter) möglichst gering zu halten, sollten illegitime Tätigkeiten begrenzt werden. Dies kann möglicherweise zumindest zum Teil durch eine Veränderung des Verständnisses darüber geschehen, was für Manager legitime Aufgaben sind, erfordert vermutlich aber gleichfalls eine tatsächliche Reorganisation von Arbeits- und Führungsabläufen.

 

Zum Thema ist erschienen: 

Graf-Vlachy, L., Sun, S., & Zhang, S. X. (2020). Predictors of managers’ mental health during the COVID-19 pandemic. European Journal of Psychotraumatology11(1), 1834195.

https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/20008198.2020.1834195