Sie sind hier: Veranstaltungen / Weitere Tagungen und Ausschreibungen
Dienstag, 19. November 2019
Follow & Join Us
VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

82. Jahrestagung des VHB

17. bis 20. März 2020

in Frankfurt am Main

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Call for Papers: Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis „Wissenschaftstheorie in der Betriebswirtschaftslehre“


Aufruf zur Einreichung von Beiträgen für das Themenheft 6/2020 „Wissenschaftstheorie in der Betriebswirtschaftslehre“



Heftbetreuer:
Dr. Christian Julmi, FernUniversität in Hagen

In der Tradition der Betriebswirtschaftslehre hat es immer wieder Phasen einer verstärkten Auseinandersetzung mit dem Gegenstand, dem Erkenntnisinteresse und den Forschungsmethoden der Betriebswirtschaftslehre als wissenschaftlicher Disziplin gegeben. Seit nunmehr über zwei Jahrzehnten lässt sich allerdings eine merkliche Abnahme an wissenschaftstheoretischen Betrachtungen in der Betriebswirtschaftslehre feststellen. Mögen die Gründe hierfür vielfältig sein, hat die Bedeutung der Wissenschaftstheorie für die Betriebswirtschaftslehre nichts an ihrer Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil: Gerade in einem vermeintlich „postfaktischen“ Zeitalter kommt der Frage nach der Wahrheitsfähigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse eine Schlüsselrolle zu, insbesondere dann, wenn man sie – wie in der Betriebswirtschaftslehre – an ihrem Anwendungsbezug bemisst. Diese Frage gewinnt umso mehr an Relevanz, als die aktuelle Diskussion um die „Performativität“ wirtschafts- und insbesondere betriebswirtschaftswissenschaftlicher Aussagen gerade das Problem adressiert, wie eine per se anwendungsorientierte Wissenschaft den Anspruch auf die Wahrheitsfähigkeit ihrer Aussagen beibehalten kann, wenn sie durch die Gestaltung der „Realität“ (z.B. durch die Verbreitung bestimmter Managementansätze in der betrieblichen Praxis) zugleich auch ihr Untersuchungs- und unter Umständen auch ihr Erkenntnisobjekt beeinflusst und damit „postfaktisch“ manipulieren kann.

Auch wenn sich die wissenschaftstheoretischen Diskussionen in der Tradition der Betriebswirtschaftslehre nicht wirklich angenähert zu haben scheinen und eine gewisse Wiederholung in den dargebrachten Argumenten ermüden mag, bedarf es einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit wissenschaftstheoretischen Fragestellungen, damit ihr normativer Charakter nicht in den Status einer unhinterfragten Selbstverständlichkeit abrutscht.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des Heftes, Beiträge zu präsentieren, die sich kritisch mit aktuellen wissenschaftstheoretischen Fragestellungen der Betriebswirtschaftslehre auseinandersetzen. Wir freuen uns über Beitragseinreichungen, die sich beispielsweise, aber nicht zwingend folgenden wissenschaftstheoretischen Themen innerhalb der Betriebswirtschaftslehre zuwenden:

  • Wie lässt sich abseits der Rigor-versus-relevance-Debatte das Verhältnis von Theorie und Praxis bzw. der Transfer theoretischer Erkenntnisse in die Praxis wissenschaftstheoretisch fundieren?
  • Welche praktischen und wissenschaftstheoretischen Risiken und Nebenwirkungen ergeben sich bei einer rein instrumentellen Nutzung theoretischer Erkenntnisse, d. h. durch die Transformation theoretischer in technologische Aussagesysteme und deren Anwendung?
  • In welchen Fällen und unter welchen Bedingungen werden die Aussagen der Betriebswirtschaftslehre als (anwendungsorientierte) Wissenschaft zu selbsterfüllenden Prophezeiungen?
  • Welche wissenschaftstheoretischen Folgerungen ergeben sich aus den möglichen Rückkopplungen zwischen den Aussagen der Betriebswirtschaftslehre und der sozialen Realität für den Wahrheitsanspruch der Betriebswirtschaftslehre als Wissenschaft?
  • Ist das Ideal des Methodenmonismus als epistemologische Grundlage wissenschaftstheoretisch haltbar oder sollte aufgrund der zunehmenden Komplexität und Mehrdeutigkeit der realen Welt die „Einheit der Wissenschaft“ zugunsten einer Methodenpluralität aufgegeben werden?
  • Welche Implikationen ergeben sich aus der zunehmenden Internationalisierung und Orientierung der Forschung am anglo-amerikanischen Raum für die Qualität und Bedeutung der Wissenschaftstheorie?

Wenn Sie Interesse an einer Beitragseinreichung haben, laden wir Sie herzlich ein, möglichst bis Ende Februar 2020 Ihr Manuskript an christian.julmi(at)fernuni-hagen(dot)de zu senden. Alle eingereichten Beiträge unterliegen einer doppelt-blinden Begutachtung, wobei sich die BFuP durch kurze Fristen auszeichnet. Sollte Ihr Manuskript positiv beurteilt werden, aber im vorgesehenen Themenheft etwa aufgrund von Platzgründen nicht abgedruckt werden können, so ist eine Publikation im nicht themengebundenen Teil eines späteren Hefts oder in einem ebenfalls passenden späteren Themenheft vorgesehen.

Methode: Methodenpluralismus, d.h. Überblicksartikel, konzeptionell-analytische, formalanalytische und empirische Arbeiten sind gleich willkommen.
Sprache: Deutsch.
Formalia: Formatvorlage und Autorenhinweise stehen unter www.bfup.de bereit.
Abgabetermin: 29. Februar 2020.

Eine zeitnahe Bekundung Ihres Interesses an einer Beitragseinreichung würde unsere Planungen erleichtern (gern an christian.julmi(at)fernuni-hagen(dot)de).

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Christian Julmi

FernUniversität in Hagen
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Organisation und Planung
58084 Hagen
Tel.: 02331/987-4814
Fax: 02331/987-2480
E-Mail: christian.julmi(at)fernuni-hagen(dot)de

 
VHB-Online nutzt Cookies, um Ihren Besuch auf unserer Seite komfortabler zu gestalten. Indem Sie „Ich bin einverstanden“ anklicken ohne Ihre Cookie Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung Cookies zu verwenden. Für weitere Informationen lesen Sie bitte unsere Datenschutzhinweise.
Ich bin einverstanden