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Montag, 20. August 2018
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Kernaktivitäten

 

81. Jahrestagung des VHB

12. bis 14. Juni 2019 in Rostock

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Best Conference Paper Award 2018

 

“Measuring Tax Complexity across Countries – A Survey Based Approach”

 

Autoren:

Thomas Hoppe, Universität Paderborn

Deborah Schanz, Ludwig-Maximilians-Universität München

Susann Sturm, Ludwig-Maximilians-Universität München

Caren Sureth-Sloane, Universität Paderborn und Wirtschaftsuniversität Wien

 

Inhalt, Kernaussage und Erkenntnisse:

Die Komplexität von Steuersystemen hat in den letzten Jahren als Standort- und Investitionsfaktor stark an Bedeutung gewonnen. Dies gilt vor allem für multinationale Unternehmen. Als Zielgruppe des BEPS-Aktionsplans sind sie mit der permanenten Anpassung und Ausweitung von Regulierung konfrontiert und erfahren zunehmend mehr steuerliche Unsicherheit. Unter der Zielsetzung, die Komplexität des Ertragsteuersystems in einer Vielzahl von Ländern für multinational agierende Kapitalgesellschaften zu messen, führen die Autoren zwei weltweite Online-Befragungen mit erfahrenen Steuerexperten internationaler Steuerberatungsgesellschaften und -netzwerke durch. Mithilfe der ersten Expertenbefragung werden zunächst die Treiber von Komplexität identifiziert. Im Gegensatz zu früheren Komplexitätsstudien zeigt sich, dass die Treiber nicht nur im Gesetz selbst (Tax Code, z. B. Verrechnungspreisregelungen), sondern insbesondere auch in den steuerlichen Rahmenbedingungen (Tax Framework, z. B. Gesetzgebungsverfahren und Betriebsprüfungen) eines Landes zu verorten sind.

 

Aufbauend auf den identifizierten Treibern entwickeln die Autoren in ihrem Forschungspapier einen Tax Complexity Index, welcher sich aus einem Tax Code und einem Tax Framework Sub-Index zusammensetzt. Die Daten zur Bildung der Länderindizes erheben sie im Rahmen der zweiten Expertenbefragung. Auf Basis von 933 Fragebögen aus 100 Ländern wird aufgezeigt, dass das Komplexitätsniveau weltweit stark variiert, wobei etliche Länder gegensätzliche Tendenzen hinsichtlich der Ausprägung von Tax Code und Tax Framework Complexity aufweisen. Daher ist die separate Erfassung und Analyse beider Aspekte unerlässlich, wenn es gilt, steuerliche Komplexität umfassend darzustellen.

 

Um zu untersuchen, inwieweit die steuerliche Komplexität eines Landes mit anderen steuerlichen und nicht-steuerlichen Ländercharakteristika zusammenhängt, führen die Autoren Korrelationsanalysen durch. Hierbei offenbaren sich schwach positive Zusammenhänge mit anderen steuerlichen Maßen (z. B. gesetzlicher Steuersatz) sowie weitestgehend negative Zusammenhänge mit verschiedenen ökonomischen, politischen und sozialen Maßen (z. B. Entwicklungsstand). Es finden sich keine Hinweise auf eine (annähernd) perfekte Korrelation von steuerlicher Komplexität mit einem anderen Ländercharakteristikum.

 

 

Mit ihrer Arbeit liefern die Autoren sowohl für die zukünftige Forschung als auch für die unternehmerische Praxis und die Politik einen wertvollen Beitrag. Sie entwickeln ein umfassendes länderspezifisches Maß für Steuerkomplexität, welches in zukünftigen empirischen Studien eingesetzt werden kann. Zudem stellen sie damit für die Praxis und die Politik ein Instrument zur Verfügung, mit dessen Hilfe Komplexitätstreiber auf Länderebene identifiziert und beurteilt werden können. Auf politischer Ebene kann die Arbeit daher als Grundlage für die Entwicklung geeigneter Vereinfachungsmaßnahmen im Steuersystem dienen.

 

 

Hoppe, Sureth-Sloane, Sturm
 
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