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Montag, 21. August 2017
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VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Ethik

 

Der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. setzt sich schon seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Ethik im Bereich der Betriebswirtschaftslehre auseinander: sowohl, was Ethik als Schlüsselkompetenz in der Unternehmensführung betrifft, als auch in Bezug auf die ethische Dimension der Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im VHB selbst.

 

GfPs

Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten

Ethik als Schlüsselkompetenz einer verantwortlichen Unternehmensführung

 

 

 

GfPs: Hinweise zur ethischen und berufspraktischen Orientierung der VHB-Mitglieder

 

Die Mitglieder des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB) unterliegen ausnahmslos bereits einem oder sogar mehreren wissenschaftlichen Ethik-Kodizes, z.B. über die Hochschulen, an denen sie forschen und lehren oder über Institutionen der Forschungsförderung wie der DFG. Sie sind damit den Standards zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis verpflichtet. Ausgewählte Links zu für VHB-Mitglieder relevanten Ethik-Kodizes und Standards guter fachlicher Praxis, die der Verband und seine Mitglieder als vorbildlich erachten, finden Sie hier.

 

Im Zusammenhang mit ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit sind die VHB-Mitglieder regelmäßig mit vielfältigen berufspraktischen Einzelfragen konfrontiert, die eine ethische Dimension besitzen. Viele dieser berufsethischen Einzelfragen werden in den existierenden Ethik-Kodizes entweder gar nicht erfasst (z.B. Fragen der Gestaltung der Lehre oder des Engagements in der akademischen Community), oder aber die Ethik-Kodizes liefern oft nicht die notwendige Handlungsorientierung: Weil Auslegungshinweise und Beispiele fehlen oder weil – sieht man einmal von Grenzfällen ab – eine differenzierte Einzelbetrachtung das Abwägen unterschiedlicher ethischer Handlungsalternativen notwendig macht. Ethik-Kodizes werden außerdem in aufwändigen formalen Prozessen verabschiedet und sind deshalb wenig flexibel an neue oder veränderte ethische Dimensionen der wissenschaftlichen Arbeit anpassbar. Man denke hier nur an Auswirkungen der Digitalisierung, die Vernetzung über verschiedenste Forschungsplattformen oder neue Kooperationsmodelle zwischen Wissenschaft und Praxis.

 

Um den VHB-Mitgliedern über die bestehenden Ethik-Kodizes hinaus in konkreten berufspraktischer Fragen ethische Orientierung zu geben, hat der VHB-Vorstand in 2013/2014 damit begonnen, eine umfassende Sammlung von Hinweisen zu und Beispielen von „guter fachlicher Praxis“ (GfP) bzw. „guten fachlichen Praktiken“ (GfPs) für seine Mitglieder bereitzustellen. Die GfPs beschreiben, wie VHB-Mitglieder insbesondere mit der ethischen Dimension in unterschiedlichen Fragestellungen des Berufsalltags in sinnvoller Weise umgehen können. Die GfPs sollen die über die bestehenden Ethik-Kodizes hinausgehende und notwendige Orientierungsfunktion wahrnehmen. Sie besitzen nicht die strenge Verbindlichkeit eines Ethik-Kodex, repräsentieren aber – vergleichbar zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung im Rechnungswesen – das, was in der Scientific Community als State-of-the-Art ethischen Verhaltens angesehen wird. Gerade in Zweifelsfällen sollen sich VHB-Mitglieder auf die GfPs berufen können, an denen sie sich orientiert haben.

 

Die GfPs sind in ihrem  aktuellen Stand hier abrufbar.

 

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Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten

 

Leider gibt es in Einzelfällen schwerwiegende Verstöße gegen das, was als ethisch vertretbares Verhalten von Verbandsmitgliedern angesehen wird. Wissenschaftliches Fehlverhalten, d.h. Verstöße gegen ethische Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens oder guter wissenschaftlicher Praxis, können die Interessen und das Ansehen des Verbands nachhaltig schädigen. Wenn dem VHB wissenschaftliches Fehlverhalten eines seiner Mitglieder angezeigt oder es auf andere Weise bekannt wird, wurde der VHB-Vorstand bis 2014 durch die bereits 1996 eingerichtete Arbeitsgruppe „Ethik wissenschaftlichen Arbeitens“ bei der Wahl angemessener Maßnahmen gegenüber den betroffenen VHB-Mitgliedern beraten. Mittlerweile wurde die Arbeitsgruppe aufgelöst und durch den Ethikbeauftragten des VHB abgelöst.

 

Die Untersuchung von schwerwiegendem wissenschaftlichem Fehlverhalten, das öffentlich angezeigt wird, erfolgt insbesondere durch die betroffenen Hochschulen, an denen das beschuldigte VHB-Mitglied tätig ist. Bei hinreichend begründetem Verdacht auf eine strafbare Handlung werden zudem auch die Strafverfolgungsbehörden tätig. Diese Institutionen haben die Möglichkeit, belastende und auch entlastende Tatsachen vollumfänglich zu sammeln, z.B. weil Verfahrensbeteiligte zu Stellungnahmen und Aussagen verpflichtet sind oder weil aufgrund dienstrechtlicher Befugnisse Einblick in interne Unterlagen erlaubt ist. Diese umfassenden Untersuchungsmöglichkeiten hat der VHB regelmäßig nicht.

 

Allerdings werden alle Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens, die dem VHB-Vorstand bekannt werden, beobachtet. Darüber hinaus hat der VHB im Jahre 2014 seine Satzung bezüglich des Erwerbs und des Erlöschens der Mitgliedschaft (§ 6) angepasst, um dem VHB-Vorstand einen angemessenen Umgang mit angezeigtem oder nachgewiesenem schwerwiegenden wissenschaftlichen Fehlverhalten zu ermöglichen.

 

So kann der VHB-Vorstand gem. § 6 Nr. 7 das Ruhen der Mitgliedschaft anordnen, wenn einem Mitglied ein akademischer Grad vorläufig durch die zuständige Stelle aberkannt wird oder wenn ein Mitglied im Zusammenhang mit seiner akademischen Tätigkeit von einer Strafverfolgungsbehörde wegen strafbarer Handlungen angeklagt wird. Dem betroffenen Mitglied stehen damit sämtliche rechtlichen Möglichkeiten offen, sich von den Vorwürfen zu reinigen, gleichzeitig wird durch das Ruhen der Mitgliedschaft der Verband ebenso wie das betroffene Mitglied vor einem möglichen Schaden bewahrt.

 

Bei rechtskräftiger Aberkennung eines akademischen Grades durch die dafür zuständige Stelle oder rechtskräftigem Ausspruch einer Strafe durch eine Strafverfolgungsbehörde aufgrund einer im Zusammenhang mit den akademischen Tätigkeiten stehenden Handlung eines Verbandsmitglieds liegt gem. § 6 Nr. 6 ein wichtiger Grund vor, mit dem ein Verbandsmitglied durch die Hauptversammlung mit drei Viertel der Stimmen der anwesenden ordentlichen Mitglieder aus dem VHB ausgeschlossen kann.

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Ethik als Schlüsselkompetenz einer verantwortlichen Unternehmensführung

 

Ethisches Verhalten betrifft nicht nur die wissenschaftliche Arbeit der VHB-Mitglieder selbst, sondern auch die Lehrinhalte im Fach Betriebswirtschaftslehre. Die Beantwortung betriebswirtschaftlicher Fragen in der Unternehmenspraxis darf nicht auf monetäre Bewertungskriterien oder vorhandene Marktmechanismen reduziert werden, sondern muss auch eine vorhandene ethische Dimension einbeziehen.

 

In seiner Stellungnahme vom 13. März 2010 bekräftigt der Vorstand des VHB die Notwendigkeit, die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen auch in die betriebswirtschaftliche Lehre zu integrieren. Die Mitglieder des VHB sind aufgerufen, dass sie die Beseitigung der in einer fundierten ethischen Reflexion der eigenen Lehr- und Forschungsinhalte erkannten Defizite fördern. Der Verband ist hierzu durch Arbeitsgruppen und -tagungen aktiv, aber auch durch die dauerhafte Institutionalisierung dieser Thematik in der Wissenschaftlichen Kommission (WK) Wissenschaftstheorie und Ethik in der Wirtschaftswissenschaft.

Mit speziellen Arbeitstagungen, z. B. 2009 zu „Ethik als Herausforderung in der Betriebswirtschaftslehre“ mit Einzelbeiträgen etwa zu „Unternehmensethik – notwendig für Praxis, Forschung und Lehre?", aber auch durch Veranstaltungen auf der jährlichen Pfingsttagung bietet der VHB eine weitere Plattform für den Austausch zur Behandlung ethischer Fragestellungen in der betriebswirtschaftlichen Lehre an. Auch hier sind die Verbandsmitglieder aufgerufen, Diskussionsbedarfe und Anregungen für die Verbandsarbeit an dieser Stelle an den VHB-Vorstand heranzutragen.

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