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Mittwoch, 28. Juni 2017
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Kernaktivitäten

 

79. Pfingsttagung des VHB

7. bis 9. Juni 2017 in St. Gallen

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

JOURQUAL 3.0

Methodik und Ablauf

 

Moderation

Prof. Dr. Nikolaus Franke, Wirtschaftsuniversität Wien (Sprecher des JOURQUAL-Beirates)

 

Teilnehmer

Prof. Dr. Thorsten Henning-Thurau, Universität Münster (organisatorische und inhaltliche Leitung von JOURQUAL)

Prof. Dr. Henrik Sattler, Universität Hamburg (organisatorische und inhaltliche Leitung von JOURQUAL)

Prof. Dr. Georg Schreyögg, FU Berlin (Mitglied des JOURQUAL-Beirates)

 

Bericht

Für 2013 steht die vollständige Neuauflage des VHB-JOURQUAL an. Auf Basis zahlreicher Diskussionen, Ideen, Vorschläge und Wünsche wurde die bestehende Methodik des JOURQUAL überarbeitet und verbessert. Frau Sureth, als VHB-Vorstands-vorsitzende, bedankte sich zunächst bei allen Mitgliedern für die zahlreichen Rückläufe und die angeregte Diskussion über die Entwicklung einer neuen Version des Verbands-Ratings. Obwohl JOURQUAL grundsätzlich ganz überwiegend positiv beurteilt wird, wies sie auch auf kritische Stimmen hin und darauf, dass es nicht das „perfekte“ Rating gebe und auch JOURQUAL laufend weiter verbessert werden und an aktuelle Entwicklungen und auf der Grundlage der jüngsten Erfahrungen angepasst werden müsse.

 

Dementsprechend lebhaft war auch die Diskussion, die sich der Vorstellung des JOURQUAL 3.0 durch die Podiumsmitglieder anschloss. Frau Osterloh wies unter Verweis auf aktuelle Studien von Joel Baum (Toronto) nachdrücklich darauf hin, dass das Rating einer Zeitschrift kein valider Indikator für die Qualität eines in dieser Zeitschrift publizierten Artikels sei.

Ein wesentlicher Aspekt in der Diskussion war, bei welcher Anzahl von Nennungen einer Zeitschrift das „Cut-Off“ durchgeführt werden soll. Bei der derzeitig geplanten Zahl von 25 sei es gerade für neue und kleine Zeitschriften schwierig, ins zukünftige Rating aufgenommen zu werden. In kleinen Communities würden dadurch viele Zeitschriften herausfallen. Auch der Vorschlag, die VHB-Mitglieder bereits während der Durchführung der Bewertungen durch Informationen über die Bewertung der jeweiligen Zeitschrift in anderen Ratings zu unterstützen, wurde kontrovers diskutiert.

Neben weiteren Detailfragen wurde auch die Grundsatzfrage gestellt, ob JOURQUAL überhaupt benötigt wird. Der große Teil des Plenums bestätigte den Eindruck aus den Paneldiskussionen und Hauptversammlungen der Vorjahre sowie des Feedbacks im Rahmen des Entwicklungsprozesses der letzten Monate und kam zu dem Schluss, dass JOURQUAL für verschiedene Zwecke (Berufungen, Orientierung Nachwuchs etc.) eine wichtige Ergänzung der existierenden Ranking- und Ratinglandschaft sei, die es ermögliche, bestimmte Defizite bestehender Instrumente zu reduzieren. JOURQUAL ist auch wichtig für die Einordnung der Zeitschriften des europäischen und insbesondere des deutschen Sprachraums innerhalb der bestehenden Ratings. Sich allein an den vorliegenden internationalen Ratings zu orientieren, sei nicht ausreichend, zumal man in der Regel nicht wisse, wie diese Ratings und Rankings, z.B. das von Thomson Reuters, berechnet werden. Dass auch das neue JOURQUAL noch verbesserungsfähig sei, sei unbestritten. Jedes Zeitschriftenrating, auch JOURQUAL, sollte umsichtig eingesetzt werden. Daher werde auch zu VHB-JOURQUAL 3 wieder ein erläuterndes Schreiben herausgegeben, das über den Nutzen und die Grenzen des Ratings informieren soll. Dieses Schreiben wird auch an Fakultäten und Hochschulleitungen versendet werden. Es gäbe neben JOURQUAL kein Rating, dessen Entwicklungsprozess auf so breiter Basis erfolge, bei dem der Prozess der Erstellung so transparent und diskursgeleitet sei. Verschiedene Wissenschaftliche Kommissionen befürworteten explizit die vorgelegten methodischen Weiterentwicklungen von JOURQUAL. Das Podium kündigte an, die noch unberücksichtigten Anregungen aus der Diskussion aufzugreifen und Lösungen zu erarbeiten. Herr Franke forderte als Sprecher des JOURQUAL-Beirates alle Anwesenden noch einmal auf, weitere Anregungen unmittelbar im Anschluss an die Pfingsttagung, gegebenenfalls auch noch schriftlich, einzureichen bzw. ggf. kurzfristig anzukündigen, damit diese noch Eingang in die finalen Entwicklungsschritte finden und die letzten methodischen Details im Sommer festgelegt werden könnten.