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Freitag, 20. April 2018
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Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

St. Gallen 2017 - Rückblick auf eine erfolgreiche Tagung

 

Die VHB-Jahrestagung 2017 fand unter dem Generalthema „From Insight to Impact – Erkenntnis mit Wirkung“ statt. Im Vordergrund stand dabei die Diskussion über die Relevanz von universitärer Forschung für die Praxis sowie Möglichkeiten, Wissenschaft und Praxis enger miteinander zu verknüpfen. Diskutiert wurden vom 7. bis 9. Juni u.a. folgende Fragen:

 

  • Wie kann Wissen aus der betriebswirtschaftlichen Forschung an Führungskräfte vermittelt werden?
  • Wie lässt sich Know-how innerhalb einer Universität bündeln, sodass Nutzen für Wissenschaft und Praxis zugleich entsteht? Welche internen Organisationsformen bzw. unternehmerischen Modelle gibt es an Universitäten?
  • Ist Consultancy Research zielführender als universitäre Forschung? 
  • Inwiefern stellen MOOCs und andere Online-Bildungsformate eine Konkurrenz zur klassisch universitären Ausbildung dar?

Darüber hinaus gab es im Rahmen des offenen Programmteils eine Vielzahl an spannenden Vorträgen aus
dem gesamten Themenspektrum der Betriebswirtschaftslehre.


Alle Informationen zur Tagung finden Sie unter http://vhbonline.org/veranstaltungen/pfingsttagungen/pfingsttagung-2017/, beispielsweise auch zu folgenden Themen:


Stand der Betriebswirtschaftslehre in der DFG-Förderung

 

Unter der Leitung von Prof. Dr. Birgitta Wolff (Vorsitzende des VHB) hielten Frau Dr. Christiane Joerk (Programmdirektorin Geistes- und Sozialwissenschaften bei der DFG) sowie Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl und Prof. Dr. Mark Ebers (beide Mitglieder des VHB und als Mitglieder des Fachkollegiums Wirtschaftswissenschaft der DFG für das Fach Betriebswirtschaftslehre tätig) aufschlussreiche Vorträge über das Antragsverfahren und die Antragslage im Rahmen der Forschungsförderung durch die DFG.


Frau Joerk illustrierte zunächst die unterschiedlichen Antragsarten (z.B. Antrag auf Sachbeihilfe oder Antrag auf einen Sonderforschungsbereich) bei der DFG, während anschließend Hans Ulrich Buhl und Mark Ebers auf die konkrete Antragslage im Bereich der Wirtschaftswissenschaften im Allgemeinen und der Betriebswirtschaftslehre im Besonderen, den Ablauf des Begutachtungsverfahrens sowie die Arbeitsteilung im Fachkollegium Wirtschaftswissenschaften eingingen. Deutlich wurde dabei, dass die Anzahl der eingereichten Anträge in den letzten Jahren zwar deutlich zugenommen hat, ein Mehr an Anträgen aus dem Bereich der Betriebswirtschaftslehre jedoch wünschenswert erscheint. Dabei ist es von großer Wichtigkeit, dass wir uns als Community gegenseitig unterstützen und erfahrene Kollegen den Antragstellern als Feedbackgeber zur Verfügung stehen.


Klar wurde auch, dass die Begutachtungskultur in der Betriebswirtschaftslehre noch verbesserungsfähig ist. Deutlich wurde zudem in der anschließenden Diskussion, dass die derzeitige Verteilung der Sitze im Fachkollegium für die Betriebswirtschaftslehre eher ungünstig ist. Hier wurde in der abschließenden Diskussion der Wunsch geäußert, differenziertere Strukturen in der DFG zu schaffen, d.h. eine Unterscheidung und Aufteilung der Sitze im Fachkollegium nach Fachgebieten vorzunehmen, die der inzwischen weit vorangeschrittenen Binnendifferenzierung der Betriebswirtschaftslehre besser entspricht. Problematisiert wurde in der Diskussion auch, dass im Rahmen der DFG-Förderung regelmäßig nur 75%-Stellen vergeben werden, die es oft nicht ermöglichen, qualifizierte Mitarbeiter/innen für Forschungsprojekte zu gewinnen. Wenn Wirtschaftsinformatiker an dem DFG Projekt beteiligt sind, kann standardmäßig eine volle Stelle beantragt werden. Dies kann in gut begründeten Fällen (z.B. bei der Beschäftigung von Wirtschaftsingenieuren an technischen Universitäten, wenn man im Wettbewerb zu Ingenieuren steht) auch darüber hinaus mit Aussicht auf Erfolg beantragt werden, da das Fachkollegium solche Ausnahmen beschließen kann.


Nachwuchspanel „Mein Weg zur Professur: Bewerben – aber richtig“

 

Das Bewerben auf ausgeschriebene Professuren ist Voraussetzung für eine Berufung. Aber wie bewirbt man sich richtig? Was sind “Do’s”, was “Don’ts”? Unter Moderation von Prof. Dr. Joachim Büschken, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, gaben RA Dr. Sven Hendricks, Justitiar für Hochschul- und Beamtenrecht, Deutscher Hochschulverband, Prof. Dr. Martin Natter, Universität Zürich, sowie Prof. Dr. Birgitta Wolff, VHB-Vorstandsvorsitzende und Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Einblicke in die Erwartungen von Berufungskommissionen und Hochschulleitungen rund um den Bewerbungsprozess. 

 

 

Wolff, Natter, Hendricks, Büschken

Insgesamt war das Panel eine gelungene Veranstaltung, die einen Überblick über die Anforderungen und Herausforderungen eines Bewerbungsprozesses gegeben und in lockerer Atmosphäre gleichzeitig individuelle – und merklich heterogene – Fragestellungen aufgegriffen hat. Zu spüren war eine deutliche Unsicherheit über den Prozess und es zeigte sich, dass offenbar ein hoher Bedarf nach mehr Unterstützung besteht.


Zusammenfassend ist hervorzuheben, dass in der Erwartungshaltung neben einem exzellenten Fachvortrag, auch Erfahrungen mit der Drittmittelakquise, Dialog mit der Praxis und Lehrkompetenz (nachgewiesen durch Evaluationen) ganz oben stehen. Gerade im Hinblick auf die Zusammensetzung der Berufungskommissionen kommt dabei neben fachspezifischer Exzellenz auch der Vernetzung mit den anderen Teildisziplinen und Offenheit gegenüber Crossover-Themen besondere Bedeutung zu. Hierfür bietet der VHB viele Anknüpfungspunkte und Plattformen. Auf der persönlichen Ebene ist es – ergänzend zum DHV-Bewerbungs-Briefing – sehr wichtig, mit individuellen Argumenten und Ansätzen zu überzeugen: „Signalisieren Sie Kompetenz, Engagement und Ihr Alleinstellungsmerkmal, lösen Sie Begeisterung aus und bringen Sie Ideen mit – hinterlassen Sie einen persönlichen Eindruck.“ Darüber hinaus ist es ratsam, sich im Vorfeld intensiv mit der Ausschreibung zu befassen. Der Ausschreibungstext ist üblicherweise das Ergebnis eines langen Abstimmungsprozesses innerhalb der Fakultät. Bewerber(innen) sollten sich im Klaren sein, ob sie den Ausschreibungsdetails gerecht werden – oder warum gerade nicht. Auch die Kenntnis über den Standort sowie das wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Umfeld können einen wertvollen Eignungsvorsprung ausmachen. Und last but not least: „Unterschätzen Sie nicht die Wirkung einer formal korrekten, ordentlichen und vollständigen Bewerbung.“


science angels World Café


Während der Pfingsttagung in St. Gallen wurde erneut mit dem science angels World Café der Grundgedanke des science angels-Programms aufgegriffen. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten dort die Möglichkeit, Fragen zu Themen, die sie bewegen, zu sammeln und diese dann in kleinen Gruppen mit erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu diskutieren. Der Workshop stellt exemplarisch Probleme des Nachwuchses in den Mittelpunkt, regt durch interaktive Gruppenarbeit die Diskussion an und sensibilisiert gleichzeitig für Aktivitätsbereiche, in denen für ein Engagement des VHB zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses Bedarf besteht.