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Sonntag, 22. Januar 2017
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Kernaktivitäten

 

79. Pfingsttagung des VHB

7. bis 9. Juni 2017 in St. Gallen

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Verleihung der Konferenzpreise

27.05.2015
Der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e. V. zeichnet im Rahmen seiner Jahrestagung hervorragende Einreichungen aus.

Als Anerkennung für den besten eingereichten Beitrag auf der 77. Wissenschaftlichen Jahrestagung verleiht der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. den Best Conference Paper Award 2015.

 

Ausgezeichnet wird der Beitrag

 

„ Performance Appraisals and Job Satisfaction “

 

von Dr. Patrick Kampkötter (Universität zu Köln).

 

Die Studie untersucht, wie sich formale Leistungsbeurteilungen von Vorgesetzten auf die Arbeitszufriedenheit ihrer Mitarbeiter auswirken. Die empirische Analyse basiert auf einem repräsentativen Längsschnittdatensatz von rund 10.500 Beschäftigten des Sozio-oekonomischen Panels über drei Jahre. Die Beschäftigten wurden dabei befragt, ob ihre formale Leistungsbeurteilung mit monetären und karrierebezogenen Konsequenzen wie z.B. Bonuszahlungen, Beförderungen und Gehaltssteigerungen verknüpft ist oder keine dieser Konsequenzen zur Folge hat. Mit Hilfe von Fixed Effects Panel-Regressionen können die kausalen Effekte von Leistungsbeurteilungen auf die Arbeitszufriedenheit in dieser Studie genauer geschätzt werden als in bisherigen empirischen Studien, die vorwiegend auf Querschnittsdaten beruhen. 

 

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche positive Wirkung von Leistungsbeurteilungen auf die Arbeitszufriedenheit, die vor allem durch Beurteilungen getrieben werden, die mit monetären und karrierebezogenen Konsequenzen verbunden sind. Dies legt den Schluss nahe, dass Leistungsbeurteilungen, die mit derartigen messbaren Konsequenzen verbunden sind, ein leistungsfähiges Personalmanagement-Tool darstellen, welches von den Mitarbeitern anerkannt wird. Für Beurteilungen, die nicht zu monetären und karrierebezogenen Konsequenzen führen, zeigt sich ein negativer, jedoch statistisch nicht signifikanter Effekt auf die Arbeitszufriedenheit.

 

Weiterhin wird in der Arbeit die moderierende Wirkung von Persönlichkeitsmerkmalen (Big Five, Kontrollüberzeugung) auf die Beziehung zwischen Leistungsbeurteilungen und Arbeitszufriedenheit untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass für intellektuell neugierige und einfallsreiche Arbeitnehmer (Big Five-Dimension Offenheit für Erfahrungen) Leistungsbeurteilungen ohne monetäre und karrierebezogene Konsequenzen kontraproduktiv sein können. Vergleichbare Ergebnisse zeigen sich für Mitarbeiter, die überzeugt sind, Ereignisse aufgrund ihres eigenen Verhaltens selbst kontrollieren zu können (interne Kontrollüberzeugung). Bei Beschäftigten mit diesen beiden Persönlichkeitsmerkmalen können formale Beurteilungen ohne messbare Konsequenzen Erwartungen wecken, die anschließend nicht erfüllt werden und damit die Arbeitszufriedenheit senken. 

 

Abschließend lässt sich also feststellen, dass Unternehmen ermutigt werden sollten, formale Leistungsbeurteilungssysteme einzuführen. Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, dass diese mit monetären oder karrierebezogenen Konsequenzen einhergehen. Interessant ist, dass bei Verknüpfung mit derartigen messbaren Konsequenzen Persönlichkeitseigenschaften der Mitarbeiter keine Rolle spielen. Dies impliziert, dass Unternehmen solche Leistungsbeurteilungssysteme einheitlich für alle Mitarbeiter implementieren sollten, was auch in der Praxis häufig zu beobachten ist. Auf Leistungsbeurteilungen, die nicht zu monetären oder karrierebezogenen Konsequenzen führen, sollte verzichtet werden, da solche für bestimmte Mitarbeitergruppen negative Auswirkungen auf die Arbeitszufriedenheit haben können. 

 

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Die Übernahme von Gutachtertätigkeiten stellt eine zunehmend anspruchsvolle Tätigkeit dar. Jeder Wissenschaftler sieht sich immer öfter vor die Aufgabe gestellt, nicht nur über Annahme oder Ablehnung eines Beitrages zu entscheiden, sondern auch sehr ausführlich und kompetent Stellung zu nehmen und konstruktive Hinweise zur Verbesserung zu geben. Dieses würdigt der VHB ausdrücklich mit der Vergabe des Best Reviewer Awards für besondere Begutachtungsleistungen bei der Auswahl der Beiträge für den offenen Tagungsteil der Pfingsttagung. Der Preis geht in diesem Jahr an Professor Dr. Jürgen Ernstberger von der Technischen Universität München.

 

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Die Laudationes hält Frau Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt.

 

Die Überreichung der Auszeichnungen erfolgt in feierlichem Rahmen während der Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch auf der Jahrestagung des VHB.

 

Wir gratulieren allen Preisträgern herzlich!