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Über 60.000 Einzelbewertungen zeigen ‚Wisdom of the Crowd‘: Neues betriebswirtschaftliches Zeitschriften-Rating VHB-JOURQUAL3 veröffentlicht

27.02.2015

 

VHB-JOURQUAL3 bewertet die Qualität von 934 wissenschaftlichen BWL-Zeitschriften. Mit diesem Rating wird die Bedeutung von Zeitschriften für die Veröffentlichung wichtiger Forschungsergebnisse in der BWL gemessen: Je besser das Rating, umso höher angesehen ist die Zeitschrift bei den befragten Wissenschaftlern. VHB-JOURQUAL3 basiert auf der bisher wohl breitesten Integration der kollektiven Intelligenz von Wirtschaftswissenschaftlern für ein solches Projekt.

 

Fachaufsätze sind das mit Abstand wichtigste Medium, mit dem Wissenschaftler ihre Forschung bekannt machen. Doch die Internationalisierung und immer größere Zahl an Forschern macht es unmöglich, alle Aufsätze, die geschrieben werden, tatsächlich zu lesen. Selbst wann man Tag und Nacht ununterbrochen lesen würde, bräuchte man für alle in einem Jahr erschienenen wissenschaftlichen Aufsätze in der BWL etwa dreißig Jahre Zeit. Und am Ende dieses Zeitraums wartete neuer Lesestoff für weitere 900 Jahre. Wissenschaftler müssen also genau auswählen, welche Beiträge sie lesen. Dabei haben Zeitschriften eine wichtige Filterfunktion. Sie unterscheiden sich aber nicht nur inhaltlich, sondern auch nach ihrer Reputation: Je besser ihr Ruf, umso höher die Chance, darin wissenschaftlich bedeutsame Aufsätze zu finden.

Um aber die Reputation der knapp tausend wissenschaftlichen Zeitschriften in der BWL transparent zu machen, sind Zeitschriftenratings notwendig. Der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB) hat deshalb mit VHB-JOURQUAL3 das bisher weltweit wohl umfangreichste BWL-Rating mit über 60.000 Einzelbewertungen von mehr als 1.100 Wirtschaftswissenschaftlern erhoben. Die angewendete Methode folgt dem Prinzip der ‚Wisdom of the Crowd‘, nach dem die intelligente Aggregation von vielen Einzelurteilungen Einschätzungen ermöglicht, die weit besser sind als die Urteile selbst von ausgewiesenen Experten.

Das Ergebnis: 22 Zeitschriften erhalten das höchste Prädikat „A+“, das „herausragenden, weltweit führenden wissenschaftlichen Zeitschriften“ vorbehalten ist. Weitere 72 Zeitschriften erhalten als „führende wissenschaftliche Zeitschrift“ das Prädikat „A“. Damit nicht etwa Äpfel mit Birnen verglichen werden, weist der VHB die Zeitschriftenratings nach Inhalten differenziert jeweils individuell für die Teildisziplinen der BWL, wie z.B. Finanzierung, Marketing oder Organisation aus.

Die wissenschaftliche Leitung von VHB-JOURQUAL3 lag bei den Marketingprofessoren Thorsten Hennig-Thurau (Universität Münster) und Henrik Sattler (Universität Hamburg), Sie sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden: „Beeindruckend ist das bemerkenswert hohe Maß an Übereinstimmung, mit dem gute und weniger gute BWL-Zeitschriften unterschieden werden“, so Henrik Sattler. Thorsten Hennig-Thurau ergänzt: „Diese Neuauflage ist die bisher größte, aufwändigste und im Ergebnis beste des für die BWL wichtigsten Zeitschriftenratings. Sie ist zugleich auch ein starkes Bekenntnis der BWL zu Internationalisierung und Spitzenforschung.“

Der VHB warnt allerdings eindringlich davor, das Rating einer Zeitschrift als Ganzes mit der Qualität einzelner Beiträge zu verwechseln oder gar auf dieser Basis Personen-Rankings durchzuführen. „Beides lehnen wir im VHB strikt ab“, so die Verbandsvorsitzende Barbara E. Weißenberger (Universität Düsseldorf). „Oft sind es gerade innovative Beiträge abseits des Mainstream, die ein Fach entscheidend voranbringen – aber gerade die haben meist nur wenige Publikationschancen in den Top-Zeitschriften.“ So bedeutsam also VHB-JOURQUAL3 als Zeitschriftenrating für die Wissenschaft ist: Das Lesen von wissenschaftlichen Fachbeiträge kann es gerade nicht ersetzen.