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Dienstag, 14. November 2017
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Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Symposium Kumulative Dissertation

20.07.2009

Im Rahmen der 71. wissenschaftlichen VHB-Jahrestagung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg fand am 4. Juni 2009 eine Podiumsdiskussion statt.

 

Referenten der Diskussion waren:
Prof. Dr. Holger Daske, Universität Mannheim
Prof. Dr. Werner Neus, Universität Tübingen
Prof. Dr. Hermut Kormann, Universität Leipzig
Prof. Dr. Dieter Sadowsky, Universität Trier
Prof. Dr. Dr. h. c. Alfred Wagenhofer, Universität Graz


Das von Professor Wagenhofer moderierte Symposium beschäftigte sich mit der Sinnhaftigkeit und den Grundsätzen kumulativer Dissertationen. Zu diesem Thema befragte VHB-Obleute befürchteten, dass es ggf. zu einer Relativierung der bisherigen wissenschaftlichen Ansprüche an Promotionsleistungen kommt. Für die Einführung einer kumulativen Dissertation spricht aus ihrer Sicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Doktoranden durch geändertes Publikationsverhalten.

Professor Daske begründete aus seiner persönlichen Erfahrung heraus seinen Standpunkt als Befürworter der kumulativen Promotion. Diese Promotionsleistung eröffnet nach seiner Auffassung internationale Beschäftigungsmöglichkeiten im zunehmend globalen Job-Markt. Bei der Wahl der Dissertationsform lehnte Professor Daske die Dissertation in Buchform nicht grundsätzlich ab, sondern empfahl eine Wahlmöglichkeit in Abhängigkeit von Problemstellung, persönlichen Interessen und Karriereperspektiven.

Professor Neus beleuchtete Vor- und Nachteile der kumulativen Dissertation und hält ein Plädoyer für die Vielfalt der Dissertationsleistungen. Wichtig ist ihm der Nachweis der besonderen Befähigung zur wissenschaftlichen Arbeit. Professor Kormann betonte die grundsätzliche Skepsis der „Praktiker“ gegenüber einer kumulativen Promotion, weil sie die intensive und tiefgehende Beschäftigung mit einem Thema nicht fördere und auch den „allgemeinen“ Überblick nicht enthalte, der für die Lesbarkeit und Einordnung von Dissertationen wichtig ist. Professor Sadowsky favorisierte die kumulative Dissertation als sinnvolle Vorgehensweise für den wissenschaftlichen Nachwuchs, während er für Doktoranden, die nach Abschluss der Dissertation in die Praxis gehen wollen, eher die klassische Monografie vorschlug.

In der anschließenden Diskussion wurden insbesondere auch die Anforderungen an kumulative Dissertationen, wie Anzahl und Qualität der Publikationen, Koautorenschaft mit anderen und dem Betreuer angesprochen.