Sie sind hier: VHB informiert / Nachrichten
Freitag, 22. September 2017
Follow & Join Us
VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Forschungsförderung neben der DFG-Einzelförderung

31.03.2009
Bericht über die Arbeitstagung "Forschungsförderung neben der DFG-Einzelförderung" am 13. März 2009

Thematik:

Am 13. März 2009 fand in Berlin in den Räumen des Harnack-Hauses eine Arbeitstagung zur Forschungsförderung statt. Bei der Eröffnung betonte Frau Professor Sureth als für den Workshop zuständiges Vorstandsmitglied die Bedeutung von Drittmitteln als wesentlichen Indikator für Forschungsleistung, Ressourcenverteilung und Zielvereinbarungen an den Hochschulen. Die Vertreter ausgewählter Förderinstitutionen gewährten in Berlin aus erster Hand Einblicke in ihre Förderpolitik. Zudem konnten die Teilnehmer in angenehmer Gesprächsatmosphäre intensiv an den Erfahrungen von Kollegen partizipieren, welche sich bereits durch erfolgreiches Einwerben von Drittmitteln ausgezeichnet haben.

Vorträge:

DFG-Forschungsförderung durch Nachwuchsgruppen und mehr
Michael Schuster (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Den Eröffnungsvortrag hielt Herr Michael Schuster als für die BWL zuständiger Programmdirektor der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft zur Förderung der Forschung an Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungsinstitutionen in Deutschland. Herr Schuster lieferte einen Überblick über Ziele, Kriterien und Ablauf von DFG-Fördermaßnahmen und war während der gesamten Arbeitstagung ein offener Referent, der umfassend die Fragen und Wünsche der Teilnehmer berücksichtigte und kompetent löste. So wurden u.a. grundsätzliche Unterschiede zwischen Heisenberg-Professur und Heisenberg-Stipendium herausgestellt. Die Vereinbarkeit von Förderung und dem Erwerb von Lehrbefähigung wurde diskutiert, da die DFG nach Angaben des Referenten grundsätzlich die Forschung und nicht die Lehre fördere. Herr Schuster betonte, dass die Qualität des Projekts im Mittelpunkt stände, die individuelle Karriere dagegen in der Verantwortung des Antragstellers läge. Des weiteren thematisierte DFG-Fristen für die Beantragung von Forschungsstipendien in Zusammenhang mit der Einreichung eines Papers bei internationalen Konferenzen könnten beispielsweise durch eine Zusage vorbehaltlich der Annahme gewahrt werden.

Erfahrungsbericht aus einem Projekt der Fritz Thyssen Stiftung
Rentenversicherung in der strategischen Asset Allokation
Prof. Dr. Raimond Maurer (Universität Frankfurt am Main)


Herr Professor Raimond Maurer, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, berichtete anschließend über sein Projekt „Rentenversicherung in der strategischen Asset Allokation“. Der Referent betonte den immensen Arbeitsaufwand einer jeden Antragstellung, da grundsätzlich nur exzellente Unterlagen Erfolgschancen hätten. Am Beispiel seines von der Fritz Thyssen Stiftung geförderten Projektes gab Herr Professor Maurer sehr detaillierte Hinweise für die Teilnehmer, wie ein konkreter Förderantrag vorbereitet und gestellt werden könnte. Außerdem kreierte Herr Professor Maurer zahlreiche Beispiele für voraussichtlich zur Antragsablehnung führende Vorgehensweisen. Mit seinem mitreißenden Vortrag ließ Herr Professor Maurer die Teilnehmer der Arbeitstagung direkt von seiner großen Erfahrung profitieren. Deutlich wurde vor allem die Arbeitsintensität einer jeden Antragstellung. Bereits für die erforderlichen Vorarbeiten müssten regelmäßig mehrere Wochen bzw. Monate eingeplant werden.

Forschungsförderung durch die VolkswagenStiftung
Prof. Dr. Hagen Hof (Fachreferent der VolkswagenStiftung)

Herr Professor Hagen Hof betonte die Interdisziplinarität als spezielles Anliegen der VolkswagenStiftung. Das jährliche Fördervolumen von ca. 120 Mio. Euro widme sich vorrangig dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie der Zusammenarbeit von Forschern über disziplinäre und staatliche Grenzen hinweg. Herr Professor Hof betonte die Fokussierung auf interaktiv entwickelte Förderinitiativen als Charakteristikum der VolkswagenStiftung. Bewilligungsempfänger könnten nur wissenschaftliche Einrichtungen sein. Durch die Möglichkeit einer Förderung über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren entfiele laut Herrn Professor Hof die Kurzatmigkeit einer alternativen Antragstellung. Ausführlich diskutiert wurden die sogenannten Schumpeter-Fellowships, deren Projekte die Grenzen des eigenen Faches ausloten und von innen aufbrechen sollten.

Erfahrungsbericht aus einem Projekt der VolkswagenStiftung
Path-Creating Networks: Innovating Next Generation Lithography in Germany and the U.S.
Prof. Dr. Jörg Sydow (Freie Universität Berlin)

Herr Professor Sydow beschäftigte sich in seinem geförderten Projekt mit der Frage, wie sich neue technologische Pfade im Feld der nächsten Generation von Lithographiesystemen angesichts von technologischen, organisationalen und institutionellen Abhängigkeiten kreieren lassen. Der Referent betonte den Vorteil einer grundsätzlich fünfjährigen Förderung durch die VolkswagenStiftung, welche erst die Chance zu einer begleitenden und interdisziplinär angelegten Prozessstudie eröffne. Als absolut begrüßenswert lobte Herr Professor Sydow die finanzielle Unterstützung einer Vorstudie zum Projekt. Als weitere Vorteile einer Förderung durch die VolkswagenStiftung hob Herr Professor Sydow u.a. die unbürokratische Berichterstattung, die Verlängerungsoption und die Flexibiltät der Fördermittel hervor. Herr Professor Sydow nahm darüberhinaus eine informative Abgrenzung der wichtigsten „Fördertöpfe“ vor und konnte den Teilnehmern der Arbeitstagung zahlreiche wertvolle Hinweise geben.

DFG-Forschungsförderung
Michael Schuster (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Herr Schuster übernahm kurzfristig und kompetent die Vertretung für Herrn Engelbert Beyer, den geplanten Referenten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Herr Schuster erläuterte die Arbeitsabläufe bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft nach Eingang eines Förderantrages. Der umfangreiche Prozess aus Begutachtung, wiederholter Prüfung und Entscheidungsfindung soll ein möglichst gerechtes Urteil über die Förderung einzelner Projekte ermöglichen. Die Erfolgsquote der Betriebswirte bei der DFG bezifferte Herr Schuster auf ca. 25 bis 28 %. Herr Professor Müller-Merbach erkundigte sich als nach Schemata für die ehrenamtlich tätigen Gutachter. Herr Schuster betonte, dass die DFG bisher solche Mechanismen noch nicht anwände, allerdings stünde ein Leitfaden zur Verfügung. Herr Professor Hof verwies auf entsprechende Merkblätter für Gutachter der VolkswagenStiftung.

Herr Schuster gab Erläuterungen zur sogenannten Programmpauschale. Danach erhielten Antragsteller eines von der DFG geförderten Forschungsvorhabens einen pauschalen Zuschlag zur Deckung der mit der Förderung verbundenen indirekten Projektausgaben. Die Programmpauschale würde oftmals auch als „indirekte Projektkosten“ oder als „Overhead“ bezeichnet und beliefe sich auf 20 % der zurechenbaren Projektausgaben. Ihre Bewilligung erfolge laut Herrn Schuster ohne gesonderten Antrag, die Auszahlung anteilig mit jedem Mittelabruf.

Über alle Beiträge wurde im Plenum und in den Pausen intensiv diskutiert. Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass die Teilnehmer der Veranstaltung unbeschadet kleiner Änderungswünsche mit dem Workshop sehr zufrieden waren. Der VHB sieht die gute Resonanz als Bestätigung für die Wahl und Ausgestaltung des Workshop an. Sein herzlicher Dank geht an die Referenten, die durch ihre Mitwirkung den Erfolg erst ermöglicht haben.