Call for Papers
Band 22 Managementforschung: Steuerung durch Regeln
Organisationen regeln und konstituieren sich aus Regeln. Heute scheinen diese Sachverhalte fast schon zu selbstverständlich als dass man sie noch weiter erörtern müsste. Regeln bestimmen in vielfältiger Weise Verhalten in aber auch jenseits von Organisationen. Sie machen die Handlungen von Akteuren erwartbar, bestimmen Mittel ebenso wie Zwecke und koordinieren Handlungsergebnisse. Diese Allgegenwart von Regeln sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir über ihr reales Funktionieren in Organisationen – und in ihrer Umwelt! – immer noch viel zu wenig wissen. Die klassische Idee, dass Regeln Eindeutigkeit erzeugen und Regelbefolgung selbst grundlegende ‚Regel‘ ist, wird seit längerem intensiv diskutiert. Denn Mehrdeutigkeiten und Regelabweichungen gehören ebenso zur Realität von Organisationen, Allianzen, Netzwerken und Märkten, wie sie den Umgang mit Regeln selbst verstärkt prägen. Regeln und Regelsysteme – so zeigen diese Diskurse – werden jetzt auch als ambivalent und fehlsteuernd betrachtet. Die Neubestimmung der Idee der Regel und die stärkere Betonung auch ihrer Dysfunktionen haben erhebliche Konsequenzen für viele moderne Steuerungskonzepte. Corporate Governance und Kodizes, Routinen und Praktiken, Normen und Standards oder Formen ethischer Selbstverpflichtung, wie sie bei der corporate social responsibility angesprochen werden, stellen auf das Funktionieren von Regeln ab, sie implizieren sie ebenso, wie sie sie bereits voraussetzen.
Band 22 der ‚Managementforschung‘ möchte einen Überblick über diese aktuelle Forschung zur Steuerung durch Regeln geben und dazu beitragen, Möglichkeiten wie Grenzen des skizzierten neuen Regelverständnisses zu taxieren sowie vorhandene Paradoxien von Regelbefolgung, Regelübertretung und Handlungserfolg diskursiv besser aufzulösen. Dabei geht es darum, Antworten auf Fragen zu geben wie zum Beispiel: Welche unterschiedlichen Regelebenen (etwa Regeln und Metaregeln) existieren in Organisationen? Welche konkreten Regelstrukturen bilden sich in Organisationen im Zeitablauf aus und in welcher Beziehung stehen diese zueinander - etwa in Bezug auf formale und informale Regeln? In welchem Verhältnis stehen Regeln zum tatsächlichen Verhalten von Akteuren (ausweichendes und abweichendes Verhalten)? Welche Formen von Regelwerken bilden sich in und durch die tägliche Praxis in Organisationen? Welchen Einfluss haben übergeordnete Regelsysteme auf die internen Regeln einer Organisation? In welchem Verhältnis stehen Regeln zu dem, was in Organisationen nicht geregelt ist? Die eingereichten Manuskripte durchlaufen wie üblich einen doppelt-blinden Begutachtungsprozess mit mindestens zwei Fachgutachtern. Zur Erleichterung der Planung bitten wir darum, den Herausgebern möglichst frühzeitig geplante Beiträge anzuzeigen. Ein Leitfaden zur formalen Gestaltung der Beiträge ist in o.g. Website zu finden.
Den Call for Papers finden Sie auch im pdf-Dokument als Download. Einreichschluss für Manuskripte ist der 30. April 2011.
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