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Mittwoch, 18. Oktober 2017
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VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Wissenschaft trifft Praxis - Industrie 4.0 und Digitalisierung: Konsequenzen für Geschäftsmodelle

Moderation:

Prof. Dr. Bernhard Pellens, Ruhr-Universität Bochum, Vizepräsident der Schmalenbach-Gesellschaft, Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Zeit: Donnerstag, 28. Mai 2015, 16.00 – 17.30 Uhr

 

Teilnehmer:

 

Stefan Krause (Mitglied des Vorstands der Deutsche Bank AG und Präsident der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.)

 

Dr. Alan Hippe (Mitglied des Vorstands von F. Hoffmann-La Roche AG und Mitglied des Präsidiums der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.)

 

Rupert Stadler (Vorstandsvorsitzender der AUDI AG)

 

Industrie 4.0 wird für die Produktion von Gütern und Dienstleistungen jeden Tag mehr Realität, und die Digitalisierung der Kommunikation hat vom Internet der Dinge bis hin zu Big Data den betrieblichen Alltag inzwischen fest im Griff. Damit ergeben sich neue Geschäftsmodelle und Chancen – bei gleichzeitig wachsender Sensibilisierung für die Risiken dieses Technologiesprungs. Auch für die universitäre BWL ergeben sich daraus viele spannende und disziplinübergreifende Fragen: Wie sind die veränderten Geschäftsprozesse betriebswirtschaftlich zu gestalten? Welche neuen Forschungsfragen und Schnittstellen ergeben sich für die BWL? Welche Lehrinhalte gehören heute wie auch immer gestaltet neu in das betriebswirtschaftliche Universitätsstudium? Diese und viele andere Fragen diskutierten die drei Panel-Teilnehmer in der Veranstaltung „Wissenschaft trifft Praxis“, die in diesem Jahr erstmals in Kooperation mit der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. durchgeführt wurde, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der VHB-Pfingsttagung.

   

R. Stadler und A. Hippe im Gespräch mit B. Weißenberger...

 

Eine Aussage wurde dabei von allen drei Panelists gleichermaßen unterstrichen: Die digitale Transformation erhöht nicht nur die Kommunikationsgeschwindigkeit rasant und macht riesige Datenmengen nutzbar. Sie verändert fundamental auch die Geschäftsmodelle, denn sie führt dazu, den Einzelnen als Individuum personalisiert und gezielt zu erreichen, und zwar bei steigender Effizienz. Die Herausforderung auch für die BWL ist dabei, die Möglichkeiten zu nutzen und über die Grenzen nicht nur der Teildisziplinen sondern der des gesamten Fachs hinauszuwachsen. Der ehrbare Kaufmann reicht  nicht mehr aus. Gewünscht werden mit speziellem Fachwissen ausgebildete Experten, die gleichzeitig interdisziplinär verankerte Entscheider sind und statt ausschließlich theoretischer BWL mehr Schulterschluss von Wissenschaft und Praxis. Das Einpauken von Detailwissen wird von der Perfektionierung effizienter Wissensfindung, dem „search“, überholt. Möglichen Gefahren wie der Asymmetrie des Wissens, so die Prognose, wird durch das Erreichen vollständiger Transparenz und die Etablierung einer Kultur des ethischen Umgangs mit den Daten entgegengewirkt.

 

 

...und B. Pellens sowie S. Krause

 

Die Unternehmenspraxis sieht in der BWL als Wissenschaft ein Mittel auf dem Weg zum Unternehmer. Sie wünscht sich mehr „Spirit“ durch die stärkere Loslösung von herkömmlichen Werttreibern wie Performance und Risiko bei unternehmensinternen Entscheidungsfindung. Die Zukunft lebe durch die Aushebelung konservativer Entscheidungsprozesse von Großkonzernen, hin zu mehr Offenheit und neuen Ideen und einem stärkeren Schwerpunkt auf der Beachtung immaterieller Werte.