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Samstag, 19. August 2017
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VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Vernetzungstreffen für Herausgeber/innen von im deutschsprachigen Raum herausgegebenen Zeitschriften und Getting Published: Meet the Editors of Leading Business Journals in the VHB community

Die Vergrößerung der Anzahl an relevanten Journals (Print, Open Access), die verstärkte Tendenz auf Englisch zu publizieren sowie die größere Reputation amerikanischer und britischer Zeitschriften sind eine besondere Herausforderung für wissenschaftliche Zeitschriften im deutschsprachigen Raum. Im Rahmen der VHB Tagung fand daher erstmals ein Vernetzungstreffen für Herausgeber/innen von im deutschsprachigen Raum herausgegebenen betriebswirtschaftlichen Zeitschriften statt. Ziel des Treffens war herauszufinden, welche Herausforderungen es gibt, wie einzelne Zeitschriften diesen begegnen und welche Möglichkeit die VHB-Community hat, ihre Publikationsmedien besser zu unterstützen. 

 

Einleitend stellte der Initiator Prof. Dr. Michael Müller-Camen (Wirtschaftsuniversität Wien) die Herausforderungen der Zeitschrift für Personalforschung (ZfP), deren geschäftsführender Herausgeber er ist, vor. Die Internationalisierung der BWL hat dazu geführt, dass Wissenschaftler/innen von deutschsprachigen Universitäten zunehmend auf English publizieren und damit die ZfP nicht mehr automatisch die erste Wahl für die deutsche Community ist. Bereits seit mehr als 10 Jahren verfolgt die ZfP eine Internationalisierungsstrategie, die nicht nur dazu geführt hat, dass es mehr Einreichungen aus dem nichtdeutschsprachigen Ausland gibt, sondern auch dass die ZfP in internationalen Rankings (SSCI, ABS) gut abschneidet. Die Zeitschrift Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis (BFuP) hat ebenfalls ihren deutschen Titel und die Möglichkeit auf Deutsch zu publizieren beibehalten und trotzdem weiterhin eine hohe Anzahl qualitative hochwertiger Einreichungen. Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl, ehemaliger Editor-in-Chief der Wirtschaftsinformatik/BISE, stellte das Modell seiner Zeitschrift vor, welches auf einer engen Zusammenarbeit mit Praxispartnern beruht und es so möglich macht, vornehmlich gestaltungsorientierte Forschung mit hoher Praxisrelevanz sowohl auf Englisch für die deutsche und internationale wissenschaftliche Community, als auch deutschsprachige stärker anwendungsorientierte Versionen der Artikel zu veröffentlichen. Dabei wurde eine Marktlücke gefunden, die bisher nicht von englischsprachigen Zeitschriften besetzt wird, was zu einem starken Wachstum bei den Downloads, einer Vervielfachung beim SSCI Impactfactor und stark steigenden Einreichungszahlen geführt hat. 

 

Am Vernetzungstreffen nahmen ca. 15 Herausgeber/innen teil. In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass der VHB, z.B. durch eine regelmäßige Durchführung dieser Treffen bzw. von „meet the editor“ Veranstaltungen auf der Jahrestagung, die im Verband vertretenen Herausgeber/innen besser unterstützen könnte, um diese im Wettbewerb mit angelsächsischen Zeitschriften zu stärken; für die deutsche Community ist es wichtig, dass im deutschen Kontext generierte Forschung auch auf Deutsch publiziert werden kann. In Bezug auf Vernetzungstreffen könnten diese beispielsweise zu einem bestimmten Thema wie „Datenarchivierung“, „Digitalisierung“ oder „Umgang mit Rankings/Ratings“ stattfinden. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass der Springer Verlag einen immer größer werdenden Anteil der hiesigen Zeitschriften herausgibt. Es gab auch kritische Kommentare, dass einige Zeitschriften, die sich eine gute internationale Reputation aufgebaut haben, durch ein weniger gutes JOURQUAL-Rating untergraben fühlten. 

 

Dem Vernetzungstreffen war ein Panel zum Thema Herausforderungen betriebswirtschaftlicher Zeitschriften im deutschsprachigen Raum – Getting Published: Meet the Editors of Leading Business Journals in the VHB community vorausgegangen. Unter Moderation von Michael Müller-Camen haben die Panelists Prof. Dr. Ralf Ewert, Review of Managerial Science, Prof. Dr. Stefan Minner, Business Research, Prof. Dr. Michael J. Oesterle, Management International Review, und Prof. Dr. Jonas Puck, Management Review Quarterly (ehem. Journal für Betriebswirtschaft) vor dem Hintergrund, dass an deutschsprachigen BWL-Fakultäten eine große Anzahl wissenschaftlicher Zeitschriften herausgegeben wird, u.a. folgende Fragen diskutiert: 

 

  • Welche Qualitätsstandards gibt es?
  • Wie hoch sind die Ablehnungsquoten?
  • Welche Fehler sollten bei der Einreichung vermieden werden? Was ist bei einem „major revise and resubmit“ zu beachten?
  • Welche Strategien haben im deutschsprachigen Raum herausgegebene Zeitschriften, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten?