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Donnerstag, 14. Dezember 2017
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VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Vorstand trifft Vorstand

Nach der Krise ist vor der Krise – Strategieentwicklung in ungewissen Zeiten

 

Termin: Donnerstag, 23. Mai, 18:15-19:15 Uhr

 

Moderation: Dr. Arno Balzer, Chefredakteur Manager Magazin

 

Eingangsstatement: Prof. Dr. Burkhard Schwenker

 

Teilnehmer:

Dr. Ingrid Hengster, Country Executive, The Royal Bank of Scotland

Prof. Dr. Ulrich Lehner, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Telekom AG, Vorsitzender des Aufsichtsrates der ThyssenKrupp AG, Interimspräsident der Novartis AG

Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot, Professor am Institut für Information, Organisation und Management der Ludwig-Maximilians-Universität, München

Prof. Dr. Burkhard Schwenker, CEO der Roland Berger Strategy Consultants GmbH

Frank-J. Weise, Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit

Inhalt:

Sind die goldenen Zeiten der Strategie seit dem Auftreten großer und plötzlicher Strukturbrüche endgültig vorbei? Ist die Zukunft überhaupt noch planbar? Und wenn nicht: Wozu dann überhaupt eine Strategie?

 

Ungewissheit stellt Planung und Führung heute vor große Herausforderungen. Die Risiken werden größer, die Märkte volatiler, die technologischen Sprünge dynamischer, die globalen Verwicklungen komplexer. Weil Zahlen immer weniger Orientierung geben können, stößt auch unser strategisches Instrumentarium an seine Grenzen. Doch was ist die Alternative – und stimmt diese Einschätzung überhaupt?

 

Diese Einschätzung wird von den anwesenden Wissenschaftlern und Unternehmern während der Debatte als nicht zutreffend beurteilt. Man befinde sich in einer relativ ruhigen, kriegsfreien und krisenreduzierten Zeit, in der Wandlungsprozesse leichter zu bewältigen sind. Das unternehmerische Ziel ist es, wettbewerbsfähig zu bleiben. Kurzfristig wirkende, wenig planbare Impulse, insbesondere auch aus dem Bereich der Medien, machen Strategien immer wichtiger. Skalierung und Globalisierung von Geschäftsmodellen gewinnen gerade unter dem Einfluss der Digitalisierung an Bedeutung und sollten aktiv vorangetrieben werden. Doch ist die Entwicklung eines Zukunftsbildes überhaupt noch möglich? Strategie entsteht aufgrund von Erwartungen über Einflüsse aus dem Umfeld und an eigene Fähigkeiten. Obwohl die ermittelten Trends generell unzuverlässig sind, bleibt es für eine Führung wichtig, sich an einem strategischen Pfad orientieren zu können. Nur permanentes Beobachten und Prüfen der Annahmen, die einer Strategie zugrunde liegen, sowie die Integration daraus resultierender Plankorrekturen ermöglicht die notwendige Flexibilität als Reaktion auf Wettbewerbserfordernisse.

 

Die Panelisten sind sich einig darin, dass die Fülle an Informationen, die dabei zu berücksichtigen sind, ständig zunimmt. Sehr gut geeignet für eine längerfristige Orientierung sind dabei Strategie-Szenarien, aus denen sich Entscheidungsmöglichkeiten und funktionale sowie regionale Bereichsstrategien ableiten lassen. So können Strategien „lernfähig“ bleiben. Zahlen und Methodik sind als konventionelle Planungsinstrumente vertraut und geben den Führungen immer noch Sicherheit. Dennoch zeigt sich, dass der Blick des Planers nicht zu dominant auf den Zahlenverlauf gerichtet sein darf. Ein Gespür für den erforderlichen Wandel einer Strategie lässt sich leichter in der Auseinandersetzung mit diversen Erfahrungen und Hintergründen entwickeln, also Offenheit gegenüber der relevanten Umwelt. Komplexe Probleme und Situationsbeurteilungen werden am besten durch Führungsteams bewältigt, die unterschiedlich zusammengesetzt sind. Transparenz, Begründung und Konsistenz der Entscheidungen stützen das Vertrauen in Führungskräfte und deren Strategie. Führung muss Sicherheit geben, das gilt auch für das Erklären und Kommunizieren eines gegebenenfalls tiefreifenden Wandels. Da folglich nur mit guter Kommunikation auf ungeplante Ereignisse rechtzeitig reagiert werden kann, wird die Ausbildung von entsprechenden Persönlichkeitsfaktoren im Rahmen der qualitativen Führungskräfteentwicklung immer wichtiger. Keine Spezialisten, sondern fachlich breit gebildete Führungskräfte sind gefragt.

 

Um den genannten Erfordernissen der Unternehmen künftig gerecht werden zu können, ist eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Praxis und Hochschulen wünschenswert.

Im Bereich der Hochschulen könnte die Ausbildung dazu praxisorientierter ausgerichtet werden.