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Wednesday, October 18, 2017
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Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

 

 

90 Jahre VHB

Phase Eins: Gründung

Der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e. V. wurde am 26. November 1921 als Verband der Dozenten für Betriebswirtschaftslehre an deutschen Hochschulen mit Sitz in Frankfurt a. M. gegründet. Der Gründung war eine Reihe von informellen Treffen vorausgegangen. Zum ersten Male hatten die Dozenten für Betriebswirtschaftslehre Pfingsten 1914 in Leipzig getagt. Die nunmehr über neunzigjährige Geschichte des Verbandes kann in fünf Abschnitte eingeteilt werden und ist von ihren Anfängen an eng mit den Namen der bedeutendsten deutschen Vertreter der Betriebswirtschaftslehre verbunden. So ging die Initiative zur Gründung von Heinrich Nicklisch, Ernst Pape und Fritz Schmidt aus. Bald wurde Josef Hellauer Mitglied des Verbandes, und nachdem Eugen Schmalenbach gewonnen war, blieb der Vorstand mit Nicklisch, Schmalenbach und Schmidt bis zum Jahre 1933 unverändert. Mit dem Aufbau des damaligen Dozentenverbandes war die Konsolidierung der Betriebswirtschaftslehre als Hochschuldisziplin aufs Engste verbunden. Nicklisch, Schmalenbach und Schmidt bildeten gemeinsam in der ersten Entwicklungsphase von 1921 bis 1933 für ungefähr ein Jahrzehnt nicht nur den Vorstand des Verbandes, sie festigten auch zusammen mit einer Reihe weiterer namhafter Hochschullehrer der Betriebswirtschaftslehre die Position dieser Disziplin im Fächerkanon der Wissenschaften.

 

Phase Zwei: Im und nach dem Nationalsozialismus

Der zweite Abschnitt in der Verbandsgeschichte ist von 1933 bis 1948 zu datieren. Bereits die Arbeitsgruppe „Hochschullehrer der BWL unter dem NS-Regime“ unter Leitung von Eduard Gaugler hatte sich intensiv mit dieser Phase befasst. Die Arbeitsgruppe untersuchte das Schicksal rassisch und politisch verfolgter betriebswirtschaftlicher Wissenschaftler in den Jahren des dritten Reichs und setzte sich kritisch mit der Rolle der Vertreter der Betriebswirtschaftslehre im und nach dem NS-Regime auseinander. Der Nachzeichnung der Verbandsgeschichte während des NS-Regimes galt ihr weiteres Interesse. Die Ergebnisse legte Herr Dr. Mantel im Jahr 2007 als Dissertation vor (Peter Mantel, „Betriebswirtschaftslehre und Nationalsozialismus. Eine institutionen- und personengeschichtliche Studie”, Wiesbaden 2009).

Während man bislang davon ausging, dass die Verbandsarbeit in dieser Periode vollständig ruhte, findet Eduard Gaugler nun auf der Grundlage jüngst entdeckter Dokumente heraus, dass es sehr wohl einige Aktivitäten in dieser Zeit gab, z. B. sogar eine Pfingsttagung im Jahr 1938.

 

Phase Drei: Wiedererrichtung

Am 22. und 23. Oktober 1948 fand auf Anregung von Rudolf Seyffert in den Trümmern der Universität Frankfurt a. M. das erste Treffen nach dem
2. Weltkrieg statt; daran nahmen 35 Verbandsmitglieder teil. Die Versammlung entschied sich für die Wiedererrichtung des Verbandes der Dozenten für Betriebswirtschaftslehre in vorläufig loser Form eines Trefftages. Bei der nächsten Zusammenkunft am 10. August 1949 wurde beschlossen, den Verband zunächst in Form eines nicht eingetragenen Vereins unter dem Namen „Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre“ fortzuführen.

 

Ab 1950 wurden die Jahrestagungen des Verbandes - einer alten Tradition folgend - wieder in der ersten Woche nach den Pfingstfeiertagen durchgeführt. Auf der Tagung 1950 wurde beschlossen, die Satzung des Verbandes aus seinen Gründerjahren mit einigen den Namen und die Mitgliedschaft des Verbandes betreffenden Ergänzungen wieder in Kraft zu setzen. Vom Jahre 1952 an sind die Kontakte zu Fachwissenschaftlern des Auslandes wieder aufgenommen worden. Die Mitglieder der Vereinigung schweizerischer Betriebswirtschaftler, soweit sie Hochschullehrer waren, traten anlässlich einer Tagung des Verbandes in St. Gallen 1971 in den Verband ein.

 

Phase Vier: Wachstum

Mit Beginn der siebziger Jahre trat der Verband in eine neue, vierte Entwicklungsphase ein. Bis dahin stützte sich die Verbandstätigkeit im Wesentlichen auf die traditionellen Pfingsttagungen, die den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt des Faches dokumentierten. Diese boten gleichzeitig dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine vorzügliche Gelegenheit, sich mit den eigenen Leistungen zu präsentieren. Die starke Zunahme der Zahl betriebswirtschaftlicher Lehrstühle an wissenschaftlichen Hochschulen in den sechziger Jahren und die sich intensivierende Diversifikation und Spezialisierung des Faches trugen dazu bei, dass 1970/71 mit der "Kommission für Absatzwirtschaft" die erste wissenschaftliche Kommission des Verbandes mit einer permanenten Aufgabe und einer eigenständigen Arbeitsweise im Rahmen der Verbandsorganisation entstand. In den folgenden Jahren bildete der Verband weitere fünfzehn wissenschaftliche Kommissionen. Seither stützt sich die Verbandsarbeit in gleicher Weise auf die allgemeinen Jahrestagungen mit einem wissenschaftlichen Generalthema in der Pfingstwoche und auf die intensive Arbeit in den Spezialgebieten der wissenschaftlichen Kommissionen.

 

VHB heute: Internationalisierung, Öffnung und Serviceorientierung

Seit Beginn des neuen Jahrtausends befindet sich der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e. V. in einer weiteren Entwicklungsphase. Bemerkenswert ist in der jüngeren Entwicklung des Verbandes seine stärkere internationale Orientierung. Dies zeigt sich an vielen Aktivitäten, aber beispielsweise auch daran, dass die jährliche Pfingsttagung mit dem Thema „Doing Business in Europe – Cross-Cultural Issues“ im Jahr 2012 erstmals außerhalb des eigentlichen Kerngebietes in Bozen stattfindet.

 

Das neue Jahrtausend ist außerdem geprägt durch die immer stärkere Öffnung des Verbandes, insbesondere in Hinblick auf den wissenschaftlichen Nachwuchs und den offenen Teil der Pfingsttagung mit umfangreichem Auswahlprocedere.

 

Seit der Gründung der Geschäftsstelle im Jahr 2000 wirkt der Verband zunehmend auch als Servicepartner seiner Mitglieder. Durch die Bildung von Vorstandsressorts agiert der VHB strukturiert und zielgerichtet im Sinne der Verbandsmitglieder. Regelmäßige Arbeitstagungen zu Forschungs- und Lehrthemen informieren über aktuelle hochschulpolitische und fachspezifische Entwicklungen, bis zu sieben verschiedene, vom Vorstand organisierte, VHB-Themen auf der Pfingsttagung geben Gelegenheit, fach- und verbandsbezogene Themen zu diskutieren. Mit der Verbandszeitschrift BuR-Business Research engagiert sich der VHB auch im wissenschaftlichen Publikationsumfeld und trägt mit qualitativ hochwertigen Artikeln mit multimedialen Anhängen, die dem Leser ’open access’ frei zugänglich sind, dazu bei, im internationalen Umfeld neues Wissen zu generieren und zu verbreiten. Mit dem Zeitschriftenranking VHB-JOURQUAL ist es, dem Wunsch vieler Verbandsmitglieder entsprechend, seit vielen Jahren möglich, BWL-Zeitschriften zu bewerten, vor allem auch solche Zeitschriften, die nicht in anderen verfügbaren Rankings enthalten sind. Auf diese Weise sollen die Möglichkeiten einer Beurteilung der Qualität von Zeitschriften deutlich verbessert werden. Das seit 2009 angebotene Doktorandenprogramm VHB ProDok ergänzt die Grundlagenausbildung an Universitäten und bietet Nachwuchswissenschaftlern spezialisierte Theorie- und Methodenkurse an, die notwendig sind, um internationale Forschung betreiben zu können. Die Kurse werden von renommierten in- und ausländischen Personen geleitet, deren Forschung international als erstklassig wahrgenommen wird. Die Nachwuchsförderung wird ergänzt durch hochwertige Angebote auf der Jahrestagung des VHB: Preconference Workshops und Karrierepanel, bei dem der wissenschaftliche Nachwuchs Tipps zum beruflichen Weiterkommen erhält. Jährlich vergibt der VHB zudem Preise für hervorragende Forschung, Lehre und Wissenschaftsunternehmertum. Hierdurch werden qualitativ hochwertige wissenschaftliche Veröffentlichungen des wissenschaftlichen Nachwuchses und anderer Wissenschaftler sowie bedeutende Unternehmer, welche die Unterstützung der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Allgemeinen und im Speziellen das Fach Betriebswirtschaftslehre mit großem Engagement gefördert haben, ausgezeichnet.