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Saturday, October 21, 2017
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80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Schicksale betriebswirtschaftlicher Hochschullehrer im Dritten Reich

 

Als Prof. Dr. Georg Schreyögg im Dezember 1998 in Abstimmung mit Prof. Dr. Horst Steinmann anregte, der VHB solle sich etwas intensiver mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen, initiierte er mit diesem Schreiben die Bildung einer engagierten und historisch qualifizierten Arbeitsgruppe, zu deren Gründungsmitgliedern auch der im Jahr 2005 verstorbene Herr Prof. Dr. Erich Potthoff gehörte und der unser besonderer Dank für die Übernahme einer umfangreichen und schwierigen Aufgabe gilt. Die Arbeitsgruppe „Hochschullehrer der BWL unter dem NS-Regime“ traf sich im Januar 2000 zu ihrer ersten Sitzung und formulierte als vorrangiges Ziel die Untersuchung des Schicksals rassisch und politisch verfolgter betriebswirtschaftlicher Wissenschaftler in den Jahren des dritten Reichs. Der Nachzeichnung der Verbandsgeschichte während des NS-Regimes galt Ihr weiteres Interesse. Dr. Peter Mantel leistete schließlich mit seiner von der DFG geförderten Promotion zur institutions- und personengeschichtlichen Entwicklung der Betriebswirtschaftslehre während des Dritten Reichs einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Die Ergebnisse seiner Untersuchung legte Herr Dr. Mantel im Jahr 2007 als Dissertation vor (Peter Mantel, „Betriebswirtschaftslehre und Nationalsozialismus. Eine institutionen- und personengeschichtliche Studie”, Wiesbaden 2009).



Nach außen sichtbar ist eine Kurzfassung der Arbeit als Projektabschluss und ein Bericht auf der Website des Verbandes http://vhbonline.org/service/schicksale/ mit folgenden Inhalten:


Im Dritten Reich (1933-1945) war die neue Betriebswirtschaftslehre – inzwischen seit Jahren das Fach mit der höchsten Studierendenzahl – noch eine junge Disziplin an deutschen Hochschulen. Dennoch hatten auch Hochschullehrer dieses Fachs unter dem nationalsozialistischen Regime zu leiden. Der Autor dieser Studie hat die Geschichte der Betriebswirtschaftslehre in der Zeit des Nationalsozialismus als Mitarbeiter in einem vom Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB) im Jahr 1999 initiierten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsprojekts (siehe Geleitwort von Eduard Gaugler) intensiv erforscht. Er beschreibt in diesem FBS-Band detailliert und mit einem umfangreichen Quellenmaterial belegt die Verfolgungen von 55 Hochschullehrern der Betriebswirtschaftslehre im Dritten Reich. Dabei unterscheidet er zwischen ermordeten und durch Freitod verschiedenen Fachvertretern, emigrierten Hochschullehrern sowie Entlassungen und entlassungsähnlichen Fällen; ferner dokumentiert er verzögerte und verhinderte Hochschulkarrieren. Die dargestellten Diskriminierungen belegen mit den Biographien der betroffenen Hochschullehrer die Herausforderungen, denen ein Teil der betriebswirtschaftlichen Fachvertreter in der Phase des Nationalsozialismus persönlich ausgesetzt war. Teilweise waren diese Verfolgungsfälle schon bisher bekannt. Durch eine Vielzahl von Archivrecherchen im In- und Ausland konnte der Autor bislang unbekannte Diskriminierungen von Hochschullehrern der Betriebswirtschaftslehre ermitteln und damit den Nachweis von Verfolgungen in dieser Disziplin in der Zeit des Nationalsozialismus vervollständigen.



Peter Mantel, Schicksale betriebswirtschaftlicher Hochschullehrer im Dritten Reich, Band 65 der Schriftreihe der Forschungsstelle für Betriebswirtschaft und Sozialpraxis e. V. (FBS). Mannheim 2009. 116+XVIII Seiten. EUR 15.80. ISBN 3-935 650-11-6.



Forschungsstelle für Betriebswirtschaft und Sozialpraxis e. V. (FBS)
c/o Universität Mannheim (Prof. Gaugler), Postfach 10 34 62
68131 Mannheim, Fax: 0621/181-1505