Wednesday, October 18, 2017
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VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Stand der Betriebswirtschaftslehre in der DFG-Förderung

 

Die Förderprogramme der DFG erfreuen sich auch in der BWL zunehmender Beliebtheit, was sich in steigendem Antragsaufkommen niederschlägt. Die als Teil der Wirtschaftswissenschaften im Fachkollegium 112 gemeinsam untergebrachte BWL verzeichnet dabei fast die Hälfte aller Anträge in den Wirtschaftswissenschaften. Zu entscheiden hat hierüber der DFG-Hauptausschuss, nach auf Gutachten basierender Bewertung und Empfehlung der Fachkollegiaten – von denen im Fachkollegium fünf der 14 eingesetzten Kolleginnen und Kollegen BWL-Fächer vertreten.

 

Der VHB betrachtet es als wichtige Aufgabe, regelmäßig über die Programminhalte und Verfahren zur Antragstellung der DFG zu informieren. Hierzu wird es daher eine Veranstaltung während der Pfingsttagung in St. Gallen geben, für die unter anderem Frau Dr. Christiane Joerk, Programmdirektorin der Gruppe Geistes- und Sozialwissenschaften und damit zuständig für die BWL, gewonnen werden konnte. Zudem sollen Fachkollegiaten aus ihrer Arbeit bei der Beurteilung von Anträgen berichten.

 

Zu diesem Anlass möchten wir uns auch mit den besonderen Merkmalen der vorherrschenden Diskussions- und Begutachtungskultur innerhalb der BWL beschäftigen. Im Jahr 2014 betrug die Förderquote in den Wirtschaftswissenschaften etwa 33% im Bereich der Einzelförderung. Demnach wurde nur ein Drittel der Anträge, über die entschieden wurde, angenommen. Damit sind die Förderquoten in den Wirtschaftswissenschaften zwar laut Aussage der DFG mit benachbarten Disziplinen vergleichbar, gleichzeitig wird aber darauf aufmerksam gemacht, dass das Potential insbesondere im Bereich der koordinierten Programme nicht ausgenutzt wird (vgl. Joerk in WiSt 2016 bzw. Joerk/Wambach in Perspektiven der Wirtschaftspolitik 2013).

 

Insofern gilt es, die Spezifika der DFG-Prozesse insbesondere im Vergleich zu sonstigen Gutachtenverfahren herauszustellen und eine höchstmögliche Einbeziehung der DFG insbesondere im Bereich nicht ausgenutzter Beratungsangebote zu erreichen. Anträge, bei denen die Besonderheiten des jeweiligen Programms, in dem sie gestellt werden (Graduiertenkolleg, Sonderforschungsbereich, Forschergruppe, Einzelförderung) beachtet werden, haben deutlich höhere Erfolgschancen; hierfür gibt es verschiedenste Beratungsangebote. Die Begutachtung von DFG-Anträgen, in die viele Mitglieder in der Community eingebunden sind, unterscheidet sich fundamental von der Begutachtung von Zeitschriftenbeiträgen für wissenschaftliche Journals. Bei der Antragsbegutachtung kommt es nämlich vor dem Hintergrund der Entscheidungsprozesse in der DFG darauf an, dass gerade bei einer positiven Einschätzung auch eine klare Empfehlung zur Förderung gegeben wird, verbunden mit einer entsprechenden Begründung. Kritikpunkte an einzelnen Details in der Umsetzung eines Projekts sollten dieses Urteil nicht verwässern, sondern können beispielsweise als Verbesserungsvorschläge formuliert werden.