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Wednesday, October 18, 2017
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VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Vorstandsprogramm „Der BWL an Universitäten Gesicht und Stimme geben“

„Wir haben viel erreicht – aber auch mit viel ehrenamtlicher ‚Muskelhypothek‘ der Verbandsmitglieder“

 

Die letzten beiden Jahre unserer Verbandsarbeit standen unter dem Motto „Der BWL an Universitäten Gesicht und Stimme geben“. Nach mehreren Jahren, in denen sich der Verband intensiv um wichtige, nach innen gerichtete Themen wie VHB-JOURQUAL oder Fragen der ethischen Orientierung kümmern musste, haben wir in der Amtsperiode 2015/16 den Fokus stärker auf die Außenwirkung unserer Verbandsaktivitäten gesetzt. Denn die BWL steht gerade an den Universitäten zunehmend unter Druck: Angefangen damit, dass die Politik vor allem Fachhochschulen unterstützt und das betriebswirtschaftliche Universitätsstudium mit viel zu wenig Ressourcen ausgestattet wird, bis hin zur stetigen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs – und das bei nach wie vor hohen Studierendenzahlen.

 

Nur wenn wir als Verband in Praxis und Politik wahrgenommen werden, können wir daran etwas ändern. Dazu brauchen wir neben der Sichtbarkeit nach außen auch eine starke Mitgliederbasis sowie professionelle Strukturen in der Verbandsarbeit. Ich bin stolz und zufrieden, dass wir mit dem Programm „Perspektiven 2020: Der BWL an Universitäten Gesicht und Stimme geben“ viele wichtige Schritte zum Erreichen dieser Ziele realisieren konnten.

 

  1. Das auf der Pfingsttagung in Wien in 2015 gegründete VHB-Board of Friends hat seine Arbeit erfolgreich aufgenommen und erste Sponsoren gewinnen können. Es richtet sich an Personen und Unternehmen, die den VHB längerfristig unterstützen wollen, aber auch an VHB-Mitglieder, die zusätzlich zu ihrem Mitgliedsbeitrag einen regelmäßigen Beitrag für die Verbandsarbeit leisten möchten. Das VHB-Board of Friends ist dazu angelegt, für den VHB erweiterte Handlungsspielräume für neue und zukunftsweisende Projekte für die Sichtbarkeit in der Unternehmenspraxis ebenso wie in der Politik zu schaffen. Mein Dank gilt hier ganz besonders den drei Vorstandsmitgliedern unseres VHB-Board of Friends, Sönke Albers, Wolfgang Ballwieser und Burkhard Schwenker.
  2. Für unsere Early Career Researcher haben wir nicht nur das science-angel-Programm ins Leben gerufen, das Coaching-Angebote bereithält, sondern wir haben mit der ProDok-Faculty in 2016 ein Gremium berufen, das die BWL-Doktorandenausbildung im deutschsprachigen Raum durch ein erweitertes ProDok-Kursprogramm in den sechs Departments Accounting, Finance, Management, Marketing, Operations sowie Business Information Systems and Engineering ergänzt. Für die großartige Unterstützung dieser Neugestaltung danke ich Georg Schreyögg als Sprecher sowie den anderen Mitgliedern der Faculty, Rolf Uwe Fülbier, Karen Gedenk, Karl Inderfurth, Christine Legner und Andreas Walter – und natürlich auch allen ProDok-Dozentinnen und -Dozenten. Für 2017 sind bereits 20 Kurse im Angebot, ab 2017 sollen dann bis zu 40 Kurse in regelmäßigem Rhythmus angeboten werden und so eine langfristige Planung ermöglichen. Attraktive Formate für die Early Career Researchers auf der Pfingsttagung, wie z.B. das science angel-World Café runden die Nachwuchsaktivitäten ab.
  3. In den letzten beiden Jahren wurden mit den Wissenschaftlichen Kommissionen Dienstleistungsmanagement (Wien, 2015) und Strategisches Management (München, 2016) neue Vernetzungsmöglichkeiten für die Verbandsmitglieder geschaffen. Die Gründung der beiden Kommissionen zeigt die Bedeutung unseres Verbands als Plattform für den fachlichen Austausch zu wichtigen betriebswirtschaftlichen Fachprofilen. Über den Verband hinausgehende Vernetzungsaktivitäten betreffen auch die verstärkte Kooperation mit unseren Schwestergesellschaften: Mit dem Verein für Socialpolitik durch gegenseitigen Austausch auf den jeweiligen Jahrestagungen, mit der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft durch wechselseitige Unterstützung bei wichtigen Preisen (Wissenschaftsorientierter Unternehmer, Schmalenbach-Preis) und mit dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentag über gemeinsame Aktivitäten in der Weiterentwicklung der Doktorandenausbildung. Danke an all die vielen Kolleginnen und Kollegen, die sich hier engagieren, besonders auch an unsere Liaison-Mitglieder Bernhard Pellens und Susanne Homölle.
  4. Ein zentrales Anliegen in unserem Verband, das uns seit mehreren Jahren bereits beschäftigt, sind die Fragen der ethischen Orientierung. Ich bedanke mich dafür sehr bei unserem Ethikbeauftragten Arnold Picot und seinem Stellvertreter Andreas Georg Scherer, sowie den Mitgliedern unserer Arbeitsgruppe Gute fachliche Praxis (GfPs), Annette Köhler, Edeltraut Günther und Manfred Schwaiger. Sie haben nicht nur einen strukturierten Prozess zur Überarbeitung der bestehenden GfP entwickelt, sondern diesen auch in diesem Jahr mit dem GfP 7 zur Begutachtung und Betreuung von Dissertationen und anderen wissenschaftlichen Examensarbeiten erfolgreich und unter engagierter Beteiligung der Verbandsmitglieder umgesetzt.
  5. Auch die Arbeiten zur Verbandsgeschichte und der Ideengeschichte sind in diesem Jahr vorangeschritten. Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber sie reimt sich, wie Mark Twain treffend festgestellt hat, deshalb ist es wichtig, dass wir unsere historischen Wurzeln nicht ignorieren. Mein Dank gilt hier besonders der unermüdlichen Arbeit der Mitglieder unserer Arbeitsgruppe Geschichte des VHB und deren Sprecher Wolfgang Burr sowie der Arbeitsgruppe Ideengeschichte mit Sprecher Wolfgang Weber. Um die Sicherung der Nachlässe verstorbener Verbandsmitglieder und anderer, dem Verband nahestehender Personen haben sich dabei außerdem Klaus Brockhoff und Richard Köhler große Verdienste erworben.
  6. Ein besonderes Anliegen war uns die verbesserte Vernetzung mit der Unternehmenspraxis über Aufsichtsratsmandate. Die maßgeblich von Birgitta Wolff unterstütze Initiative KFA – Frauen in Aufsichtsräte hat die Arbeit mit einem ersten Screening potenzieller Mandatsträgerinnen im Verband begonnen, das auf sehr großes Interesse gestoßen ist. Ein herzlicher Dank geht deshalb an den unterstützenden Beirat mit Ann-Kristin Achleitner, Arnold Picot und Margit Osterloh sowie den externen Know-how-Trägern Monika Berane von Kienbaum und dem ehemaligen Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzenden Rolf E. Breuer.
  7. Unsere Aufmerksamkeit hatten wir schließlich auch auf die Öffentlichkeitsarbeit gerichtet und die Berichterstattung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über unsere Pfingsttagung oder andere verbandsrelevante Themen (z.B. die von vielen bedauerte Einstellung der Zeitschrift DBW) deutlich intensiviert. Zu unserer Sichtbarkeit tragen auch und attraktive Formate auf der Pfingsttagung bei, wie das Panel „Wege durch die Wissenschaft“, in der Verbandsmitglieder ihre Erfahrungen diskutieren, oder das verjüngte Vorstand-trifft-Vorstand-Format „Wissenschaft trifft Praxis“ in Zusammenarbeit mit der Schmalenbach-Gesellschaft. Darüber hinaus erzeugen wir Sichtbarkeit durch die Vergabe verschiedenster Preise für Aktivitäten mit Wissenschaftsbezug. An dieser Stelle gilt mein Dank den Mitgliedern unter Ihnen, die stets bereitwillig für unsere Auswahlgremien zur Verfügung stehen und nicht zuletzt den Gutachterinnen und Gutachtern, ohne die eine qualifizierte Beurteilung unseres wissenschaftlichen Wirkens nicht möglich wäre.
  8. All diese Aktivitäten sind ohne professionelle Unterstützung in der Geschäftsstelle nicht möglich. Hier danke ich besonders unserer Verbandsgeschäftsführerin Tina Osteneck und Kathrin Schöps sowie Belinda Ahrend und Andrea Schräpler. In den letzten beiden Jahren haben sie viele wichtige Prozesse neu strukturiert und wesentlich verbessert. So wurde eine Budgetplanung eingeführt, die Buchführung und Jahresabschlusserstellung wurde verbunden mit der notwendigen Beratung in steuerlichen Fragen an die Firma Solidaris übertragen, eine neue und ansprechendere Verbandswebsite ging online und last but not least wurde damit begonnen, die schon seit mehreren Jahren dringend erforderliche Modernisierung der Software-Basis für die Verbandsarbeit in der Geschäftsstelle umzusetzen.

 

All diese Fortschritte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie auch das Resultat harter ehrenamtlicher Arbeit vieler Kolleginnen und Kollegen (und nicht nur der hier namentlich genannten!) sind, die häufig am Abend oder am Wochenende stattfindet - nach der regulären Arbeit in Forschung, Lehre und Selbstverwaltung! Diese sprichwörtliche ‚Muskelhypothek‘ im Ehrenamt erlaubt uns überhaupt erst, dieses breite Aktivitätsportfolio im Verband zu erreichen und zu halten.

 

Wenn wir dann sogar noch weiter nach vorn gehen und die Verbandsarbeit über das bestehende Niveau hin ausbauen möchten – und dafür gibt es viele gute Ideen, wie zum Beispiel eine Intensivierung der Kooperation mit Verbänden wie dem BDI, die Verabschiedung von Stellungnahmen zu allgemeinen hochschulpolitischen Themen, oder die Einführung einer praxisorientierten Transferzeitschrift parallel zu unserer wissenschaftlichen Zeitschrift Business Research –, dann werden wir entweder ein „mehr“ an finanziellen Ressourcen oder ein „noch mehr“ an genau dieser ehrenamtlichen ‚Muskelhypothek‘ brauchen. Sich hier zu engagieren und kluge Entscheidungen zu treffen, ist nicht nur eine Sache des neuen Vorstands, sondern jedes einzelnen Verbandsmitglieds von uns: Für eine gemeinsame, mutige und tatkräftige Arbeit an einer guten Zukunft für die universitäre Betriebswirtschaftslehre.