You are here: VHB news / VHB newsletters / VHB aktuell II/2013 / Pfingsttagung 2013: Nachlese / VHB-Preise 2013
Sunday, December 17, 2017
DEEN
Follow & Join Us
VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Vergabe der VHB-Preise 2013

 

Der VHB zeichnet einmal jährlich Wissenschaftler für deren hervorragende Leistungen mit den Verbandspreisen aus.

 
Mit dem Best Paper Award werden vom VHB Wissenschaftler für bemerkenswerte internationale Publikationen ausgezeichnet. Durch diese Auszeichnung sollen die Verbandsmitglieder ermutigt und bestärkt werden, sich mit ihren wissenschaftlichen Publikationen der internationalen Diskussion zu stellen.

In diesem Jahr wurde die Arbeit „An Advanced Heuristic for Multiple-Option Spare Parts Procurement after End-of-Production”,
erschienen in: Production and Operations Management (POMS), 2012, von Professor Dr. Karl Inderfurth und Dr. Rainer Kleber (beide Universität Magdeburg) ausgezeichnet.

Das Paper zeigt, wie die Ersatzteilbeschaffung, z.B. beim Auslaufen einer Serie in der Automobilproduktion, optimal organisiert werden kann. Hier muss entschieden werden, ob die in der Zukunft vermutlich benötigten Ersatzteile sofort produziert werden sollen, d.h. im Rahmen eines Abschlussloses, oder aber später – entweder durch die eigene Aufarbeitung von Altteilen oder alternativ durch die Nachproduktion bei einzelnen Lieferanten. Die Antwort auf diese Frage kann in der Praxis aufgrund der Vielzahl unbekannter Größen zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung nur durch Daumenregeln gegeben werden. Welche dieser sogenannten Heuristiken der praktisch ja unbekannten optimalen Lösung häufig sehr gut nahekommen, zeigen die Autoren in ihrem Beitrag mit Hilfe einer Simulationsstudie, die als stochastisch-dynamisches Optimierungsmodell konstruiert ist. Ihre Arbeit besitzt so nicht nur eine hohe wissenschaftliche Stringenz, sondern auch eine umfassende Praxisrelevanz – eine Kombination, die in diesem Umfang nur selten erreicht wird. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Thomas S. Spengler von der Technischen Universität Braunschweig. 
 

Der Nachwuchspreis richtet sich an jüngere Verbandsmitglieder oder nichtpromovierte Nachwuchswissenschaftler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Durch diese Auszeichnung soll der wissenschaftliche Nachwuchs ermutigt und bestärkt werden, seine wissenschaftlichen Aktivitäten an renommierter Stelle zu präsentieren, über den deutschsprachigen Bereich hinaus zu publizieren und sich der internationalen Diskussion zu stellen.
In diesem Jahr wurde der Preis an Dr. Jan Krämer und Dr. Lukas Wiewiorra für ihren Beitrag „Network Neutrality and Congestion Sensitive Content Providers: Implications for Content Variety, Broadband Investment, and Regulation”,
erschienen in: Information Systems Research, 2012, vergeben.

Die Arbeit greift das Thema Netzneutralität auf, das heute mehr denn je im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion auch um die geplanten Datendrosselungen bei der Telekom ab 2016 steht. Die Autoren untersuchen spieltheoretisch, welche Auswirkungen es hätte, wenn Internetserviceprovider Gebühren für eine Priorisierung des Transportes bestimmter Daten verlangen. Das spannende Ergebnis: Die Priorisierung von bestimmten Diensten führt zu höherer Effizienz und höheren Erträgen bei den Anbietern, aber gleichzeitig auch zur Investition in neue Netzkapazitäten – und genau davon profitieren wiederum die Nutzer. Der Artikel ist damit für Internetanbieter, Regulatoren und Politik gleichermaßen von hohem Interesse. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Bernd Skiera von der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

 

Die Entwicklung der BWL als Universitätsdisziplin ist ein Satzungszweck des VHB. Hierzu zählt somit auch hervorragende Lehre. Mit der jährlichen Vergabe des Lehrbuchpreises sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin bestärkt werden, ihre Aktivitäten im Bereich der Lehre auszuweiten, so dass die Bedeutung wissenschaftlich fundierter Lehre im Fach Betriebswirtschaftslehre hervorgehoben und gewürdigt wird.

In Deutschland werden etwa drei bis fünf Milliarden Euro pro Jahr (36 bis 60 Euro pro Kopf) an rund 600.000 gemeinnützige Vereine und 15.000 Stiftungen gespendet. Umso erstaunlicher ist, dass das Thema Nonprofit-Management auf dem deutschen Lehrbuchmarkt bisher eher stiefmütterlich behandelt wurde. Das ist schade, denn Institutionen wie Greenpeace, Ärzte ohne Grenzen, Unicef oder TeachFirst – um nur drei Beispiele heute zu nennen – brauchen gut ausgebildete Absolvent(inn)en betriebswirtschaftlicher Studiengänge auf ihren Managementpositionen.

Das vom VHB in diesem Jahr ausgezeichnete, im Verlag Franz Vahlen erschienene Lehrbuch von Professor Dr. Bernd Helmig (Universität Mannheim) und Professorin Dr. Silke Boenigk (Universität Hamburg) schließt hier nicht nur eine inhaltliche Lücke, sondern zeichnet sich auch durch die didaktische Aufmachung als hervorragend geeignet für den Einsatz in der akademischen Lehre aus: Umfangreiche E-Learning-Angebote, das Wechselspiel zwischen Theorieblöcken und Minicases und der klare Duktus in der Leserführung sind vorbildhaft – nicht nur, was die Ausbildung in Methoden und Konzepten des Nonprofit-Managements angeht, sondern auch betreffend die praktische Umsetzung. Die Laudatio hielt in Vertretung von Professorin Dr. Dorothea Greiling von der Johannes Keppler Universität Linz die stellvertretende Verbandsvorsitzende Professorin Barbara E. Weißenberger.

 

Wir gratulieren allen Preisträgern herzlich!