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Tuesday, October 17, 2017
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Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Qualität in der Lehre

Wie sollte exzellente Lehre aus der Sicht der Hochschullehrer gestaltet sein?

 

Moderation

Prof. Dr. Richard F. Hartl, Universität Wien

 

Teilnehmer

Prof. Dr. Rolf Uwe Fülbier, Internationale Rechnungslegung, Bayreuth

Prof. Dr. Martin Gersch, Leiter Kompetenzbereich "Neue Lehr- und Lernformen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften", FU Berlin

ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Edith Littich, Vizerektorin für Lehre, WU Wien

Prof. Dr. Peter F. E. Sloane, Wirtschaftspädagogik, Paderborn

 

Bericht

Nachdem Evaluationen nicht nur der Forschungsleistungen, sondern auch der Lehre immer größere Bedeutung erlangen, sollte in dieser Podiumsdiskussion eruiert werden, was gute Lehre in der BWL ausmacht. Es sollten Fragen beantwortet werden wie: Kann man exzellente Lehre lernen? Kann man exzellente Lehre messen? Ist Qualitätssicherung von Lehre eine Frage der Gestaltung von Studiengängen? Sollte Hochschuldidaktik als zentrale Funktion von Hochschulen implementiert werden oder ist es sinnvoller, stärker auf die konkreten Fragen in Fächern und Fakultäten einzugehen. Welche Rolle spielen neue Lehr- und Lernformen? Wie können Hochschulen auch in Großlehrveranstaltungen gute Lehre anbieten, die zum aktiven Lernen anhält?

 

Während der Veranstaltung wurde darüber diskutiert, was gute Lehre an Hochschulen bedeutet und woran gute Lehre gemessen werden kann. Es wurde festgestellt, dass ein guter Lehrender Talent besitzen sollte und das Interesse zur stetigen Weiterentwicklung seiner Lehre. An den meisten Hochschulen erfolgt bisher die Messung erfolgreicher Lehre anhand von Evaluationen, wobei aber nicht nur die Studierendenmeinung ausschlaggebend sein sollte. Derzeit findet ein Wandel der Lehre statt, weg vom Professor als Redner zu einem Coach von Interaktionsprozessen. Zu diesem Wandel zählt auch, dass immer häufiger neue didaktische Formen wie Onlineelemente, zum Beispiel das Einbinden von Wikis, angewendet werden.

Um weiterhin gute Lehrende zu finden und an Hochschulen gute Lehre anbieten zu können, ist es wichtig, dass die Lehrtätigkeit innerhalb von Hochschulen an Stellenwert gewinnt. Es wurde kritisiert, dass zum Beispiel in Berufungsverhandlungen die Lehrkompetenz im Vergleich zu Veröffentlichungen von Forschungsbeiträgen oder auch Drittmitteleinwerbungen meist eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn die Lehre an Bedeutung gewinnen würde, könnte auch deren Qualität stärker gesteigert werden. Eine Möglichkeit, Lehre attraktiver zu machen, ist die Vergabe von Lehrpreisen für gut bewertete Lehrveranstaltungen und/oder innovative Lehrkonzepte. Dies sollte möglichst dezentral an den Fakultäten erfolgen.

Es entspann sich eine Diskussion darüber, ob es nicht sinnvoll wäre, die Bewertung von Lehre den Dozenten zu überlassen (peer review system). Im angelsächsischen Raum ist es teilweise üblich, dass Dozenten bei anderen Lehrenden hospitieren und so Erfahrungen ausgetauscht werden und diese auch zu Evaluationen herangezogen werden. Hierbei stellt sich das Problem, dass diese Beurteilungs- und Beratungstätigkeit gegebenenfalls nicht auf das Deputat angerechnet werden könnte.

In der Diskussion wurde auch die Meinung vertreten, dass mittlerweile durch die Verschulung im Rahmen der Bachelorstudiengänge teilweise ein Kompetenzverlust bei den Absolventen zu beobachten ist.

 

Das Fazit war, dass sich im deutschsprachigen Raum das Bild der Lehre verbessern muss und die Qualität der Lehre noch gesteigert werden kann. Neue Lehr- und Lernformen sollten in die moderne Lehre eingebaut werden und die Dozenten sollten verstärkt mit den Studierenden interagieren. An immer mehr Hochschulen wird bereits ein positiver Wandel wahrgenommen, der sich aber noch fortsetzen muss.