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Wednesday, October 18, 2017
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Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

International Panel

Measuring Performance

 

Moderation

Prof. Dr. Dodo zu Knyphausen-Aufseß, TU Berlin

 

Teilnehmer

Prof. Dr. Caren Sureth (VHB)

Prof. Michael Morley (IAM)

Prof. Dr. Thomas Durand (SFM)

Prof. Morten Huse (EURAM)

Prof. Donatella Depperu (AIDEA)

 

Bericht

Die Diskussion fokussierte die Leistungsmessung von und auch innerhalb der Universitäten.  Dieses Thema ist nicht nur aktuell innerhalb der BWL-Community, sondern auch in Gesprächen mit unseren Ministerien und der Öffentlichkeit. Im Gespräch mit Vertretern akademischer Schwesternverbände aus Irland, Frankreich, Norwegen und Italien wurde erörtert, wie mit dem Thema in den einzelnen Ländern umgegangen wird.

 

Unter den Universitäten, aber auch innerhalb der Fakultäten findet ein immer stärker werdender Wettbewerb statt. Dieser politische Druck resultiert in Deutschland vor allem aus der Exzellenz-Initiative. Professoren und Verwaltungen werden nun nach Leistungen bezahlt. Diese Leistungen werden oft aber nur anhand der Veröffentlichungen gemessen. Die Podiumsteilnehmer sind sich darüber einig, dass nicht alle Lehrstühle allein aufgrund dieses Kriteriums besetzt werden sollten. Ziel sollte es sein, dass auch das Schreiben von Büchern, die Lehre und der Wissenstransfer mehr Bedeutung bekommen. Fakultäten brauchen ein Portfolio verschiedener Fähigkeiten und Leistungen, wenn sie als Ganzes den an sie gestellten Erwartungen genügen wollen.

Gerade für junge Professoren ist es in den ersten Berufsjahren enorm wichtig, Forschungsarbeiten abzuliefern. Die Rankings werden als Fluch und Segen angesehen. Einerseits machen sie bestimmte Leistungen messbar, andererseits gibt es neben der Forschung noch andere Wege, ein guter Akademiker zu sein, denen es aber an Sichtbarkeit und Bewertbarkeit fehlt.

Frau Depperu berichtete, dass in Italien von den Wissenschaftlern mehr Bücher als Artikel verfasst werden. In den letzten Jahren hat jedoch ein Wandel stattgefunden. Die Leistung wird, wie in anderen Ländern auch, an den Veröffentlichungen in Fachzeitschriften gemessen. Vermehrt wird versucht, im amerikanischen Stil zu veröffentlichen, was in der Universitätslandschaft derzeit zu Chaos führt. In Italien existiert kein internationales Journal-Ranking. Ziel ist es allerdings, in näherer Zukunft auch ein Ranking für italienische Zeitschriften einzuführen. Es existiert keine Messung der Leistung in der Lehre oder in sonstigen Aufgabengebieten eines Professors.

Mehrfach aufgegriffen wurde auch der Aspekt, in welcher Sprache die Veröffentlichung erfolgen soll. Artikel in einer fremden Sprache zu verfassen, gelingt oftmals nicht so präzise wie in der Muttersprache. Dies wird teilweise als Wettbewerbsnachteil empfunden.

Es sollte gemeinsam nach Wegen gesucht werden, wie der Beitrag der Wissenschaft für das Wirtschaftsleben, die Politik und die Gesellschaft sichtbar gemacht werden kann. Derzeit gibt es dafür noch keine umfassende Lösung. Deutlich geworden ist jedoch, dass in allen Ländern ein verantwortungsbewusster Umgang mit Messinstrumenten gefordert wird.