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Tuesday, October 17, 2017
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Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

JOURQUAL:

 

Wie geht es weiter?

Moderation

Prof. Dr. Harald Dyckhoff, RWTH Aachen (JOURQUAL-Beiratssprecher)

 

Teilnehmer

Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau, Universität Münster (organisatorische und inhaltliche Leitung von JOURQUAL)

Prof. Dr. Henrik Sattler, Universität Hamburg (organisatorische und inhaltliche Leitung von JOURQUAL)

Prof. Dr. Georg Schreyögg, FU Berlin (JOURQUAL-Beirat)

 

Bericht 

Nach der jüngsten Aktualisierung durch JOURQUAL 2.1 ist für 2013 die vollständige Neuauflage des VHB-JOURQUAL geplant. JOURQUAL 3 soll nicht nur eine Aktualisierung aller Zeitschriften umfassen, sondern auch methodisch zu einer Weiterentwicklung von JOURQUAL 2 bzw. 2.1 führen. Das Panel bot den VHB-Mitgliedern die unmittelbare Gelegenheit, Verbesserungen des bisherigen Rankings vorzuschlagen und diese mit der organisatorischen und inhaltlichen Leitung und dem Beirat des VHB-JOURQUAL zu diskutieren. Dabei sollte den Teilnehmern  bewusst sein, dass es kein „perfektes“ Ranking von Zeitschriften geben kann, das alle wünschenswerten Anforderungen erfüllt. Entsprechend umsichtig ist jedes Zeitschriftenranking zu erstellen und zu verwenden.

 

Zunächst wurde festgestellt, dass JOURQUAL 2.1 ein großer Fortschritt gegenüber den früheren Rankings ist, da die Zeitschriftenbasis aktualisiert und vergrößert werden konnte. Es wird allerdings manchmal sehr einseitig genutzt.

Da das für 2013 geplante JOURQUAL 3 methodisch verbessert werden soll, hoffen die Leitung sowie der Beirat auf umfangreiche Verbesserungsvorschläge [nachrichtlich: diese können bis 31.12.2011 eingereicht werden]. Es ist geplant, das neue JOURQUAL-Konzept, das vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen und der Hinweise aus dem Mitgliederkreis entwickelt wird, auf der nächsten Jahrestagung des VHB in Bozen vorzustellen.

Herr Prof. Dr. Schreyögg stellte zunächst die Aufgaben des JOURQUAL-Beirates vor. Er wurde eingerichtet, um die beiden Leiter zu unterstützen. Es gibt eine Geschäftsordnung, in der festgelegt wurde, dass sich Leitung, Beirat und VHB-Vorstand bei wichtigen Entscheidungen gemeinsam abstimmen und diese Entscheidungen auch gemeinsam tragen. Der Beirat wird die Kommentare und Kritiken der Mitglieder sammeln und in den Entwicklungsprozess einfließen lassen.

Herr Prof. Dr. Hennig-Thurau stellte den Stand der Entwicklung vor, der aber noch diskutiert werden kann. Er hat festgestellt, dass ein Teil der Kritik von Unkenntnis der Methodik zeugt, und weist darauf hin, dass die Methodik von JOURQUAL 2 im BuR-Artikel dargestellt ist. Andere Hinweise werden mit dem Beirat diskutiert. So werden derzeit durch JOURQUAL die Artikelqualität und das qualitative Begutachtungskonzept bewertet. Es wird überlegt, diese Struktur zugunsten eines Gesamturteils aufzuheben, wobei der Expertenstatus beibehalten werden soll. Außerdem wird darüber nachgedacht, bei der Befragung die Skalierung von A+ bis E beizubehalten und ggf. die Punkteskala abzuschaffen, da die Skalierung mittlerweile etabliert ist. Statt der Skalierung nach Buchstaben könnten auch Sterne eingeführt werden. Um einen Abgleich mit anderen Rankings zu schaffen, wird überlegt, Ankerpunkte zu setzen. Andere Hinweise werden mit dem Beirat diskutiert.

Während der Diskussion kamen verschiedene Fragen auf, u. a., warum nicht gleich ein Median eingeführt wird, statt die Ausreißer zu streichen. Die JOURQUAL-Leitung berichtete, dass über diese Vorgehensweise bereits nachgedacht wird. Es wurde zudem kritisiert, dass innerhalb der einzelnen Communities die Ergebnisse sehr verschieden ausfallen und es Communities gibt, die laut JOURQUAL keine A+-Zeitschrift haben. Die Frage wurde gestellt, ob dafür nicht ein Bereichsranking besser wäre als ein Gesamtranking. Die Leiter von JOURQUAL meinten, dass gerade im oberen Bereich das Ranking das widerspiegelt, was auch in anderen Rankings gezeigt wird. Es wurde vorgeschlagen, dass als Bewertungskriterium zusätzlich die Anzahl der Leser eingeführt wird. Herr Sattler bestätigt, dass das diskutiert wird.

Die Vorstandsvorsitzende wies darauf hin, dass JOURQUAL eine wichtige Ergänzung der Rankinglandschaft sei, da andere Zeitschriften-Rankings regelmäßig den deutschen Sprachraum oder oft auch europäische Journale nicht berücksichtigen oder im Wesentlichen VWL-orientierte Rankings sind. Diese Rankings werden etlichen Fachgebieten nicht gerecht. Methodische Schwächen von JOURQUAL sollen durch die neue Version abgebaut werden. Die Vorstandsvorsitzende betonte zudem, dass JOURQUAL nur die durchschnittliche Qualität von Zeitschriften und damit einen Teil der Forschung evaluiert, und verweist in diesem Zusammenhang nochmals auf die Hinweise zum  sorgsamen Umgang mit dem Ranking. Die Vorstandsvorsitzende erläuterte zudem, dass es im Vorstand Verständnis für die grundsätzliche Kritik an Rankings und für die spezielle Kritik an JOURQUAL gebe und dass vor diesem Hintergrund die Diskussion mit den Mitgliedern bewusst gesucht wird. Sie bat in diesem Zusammenhang nochmals darum, zu der Diskussion über eine Weiterentwicklung von JOURQUAL aktiv beizutragen.