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Saturday, October 21, 2017
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Kernaktivitäten

 

80. Pfingsttagung des VHB

23. bis 25. Mai 2018 in Magdeburg

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Akkreditierung von BWL-Programmen und -Institutionen:

Warum (nicht), wie (nicht) und wo (nicht)?

 

Moderation

Prof. Dr. Robert Winter, Universität St. Gallen

 

Teilnehmer

Prof. Dr. Reinhard Zintl, Universität Bamberg

Prof. Dr. Dieter Euler, Universität St. Gallen

Prof. Dr. Thomas Hess, LMU München

Prof. Dr. Martin Schneider, Universität Paderborn

Birgit Hanny M.A., M.B.A., stellv. Geschäftsführerin ASIIN

 

Bericht

Dieses Panel beschäftigte sich mit der Frage, ob durch Akkreditierung eher die Wettbewerbsfähigkeit oder eher die Bürokratie gestärkt wird. Die Beitragenden wurden gebeten, aus der jeweiligen Perspektive insbesondere zu den folgenden Fragen Stellung zu nehmen:

  • Gibt es Seitenwirkungen (und, wenn ja, welche) der Akkreditierung auf die Lehr- und Forschungsfreiheit und/oder auf das Verhältnis zwischen Lehrenden/Forschen-den und Verwaltung?
  • Was sind die Kosten und was die Nutzeffekte von Akkreditierungen? Gibt es dabei Unterschiede zwischen den Akkreditierungsinstanzen?
  • Wie international soll oder muss eine Akkreditierung sein? Braucht es gleichzeitig verschiedene Akkreditierungen für unterschiedliche Anspruchsgruppen?
  • Entstehen durch Akkreditierung und Re-Akkreditierung neue Rollen (Qualitätsmanager, Programmleiter/Produktmanager) und wie werden diese in Hochschulen positioniert (und besetzt)?
  • Wie stark wird überhaupt die Signalwirkung von Akkreditierungen eingeschätzt? Sind Wirkungs-Unterschiede zwischen verschiedenen Zielgruppen und/oder zwischen Akkkreditierungsinstanzen zu beobachten?
  • Gibt es bereits "Best Practices" für bestimmte Akkreditierungen?

 

In dem Panel wurde die Akkreditierung als eine Art „TÜV-Siegel“ für einen bestimmten (Mindest?)Standard bezeichnet. Sie macht Sinn, wenn bei verschiedenen Prozessen nachweislich eine Verbesserung zu verzeichnen ist und wenn Akkreditierungs-getriebenes Qualitätsmanagement Nutzen stiftet und nicht als Kontrolle verstanden wird. Auf Akkreditierung kann hingegen verzichtet werden, wo Universitäten eigenverantwortlich Lehr- und Lernqualität sichern.

Verschiedene Universitäten versuchen Akkreditierung zu vermeiden, da Kosten und wahrgenommener Nutzen in keinem positiven Verhältnis zueinander stehen. Die Nutzenseite ist durch eine subjektive Betrachtungsweise geprägt und ist somit absolut beeinflussbar. Akkreditierung hat weder auf die Qualität noch auf die Quantität von Studierenden Einfluss. Sie ist nicht mehr als ein Instrument. Die Hochschulen müssen Verantwortung für Ihre eigenen Programme übernehmen. Dazu gehört auch, jemanden von außen in die Programmevaluierung einzubinden. Internationale Akkreditierung wird positiv gesehen, da sie einen Perspektivenwechsel bringt. Es kann befruchtend sein, wenn Personen aus einem anderen kulturellen Kontext eine andere Sichtweise auf das eigene Handeln in die Qualitätsdiskussion universitären Lehrens und Lernens einbringen.

Die Lehrfreiheit hingegen muss nicht von der Akkreditierung tangiert sein. Es besteht eine Erhöhung der Tendenz zu Bürokratie und genau das möchten verschiedene Universitäten vermeiden.

Um eine Akkreditierung durchzuführen, müssen die Hochschulen sehr genau definieren, was sie erreichen möchten. Formale Prozesse müssen vor- und nachbereitet werden.

Akkreditierung beschränkt sich auf Lehr- und Lernprozesse und wirkt damit nur auf einen Teilbereich universitärer Aufgaben. Es gibt sehr unterschiedliche Bewertungen des Nutzens bestimmter Akkreditierungen, so dass verschiedene Standorte unterschiedliche Positionen zu bestimmten Akkreditierungen entwickelt haben. Die Wirkung von Akkreditierungen auf Studierende und andere Stakeholder (z. B. Unternehmen, die Weiterbildungen finanzieren) wird lediglich im Bereich der Executive Education als sehr hoch angesehen, so dass auch ansonsten akkreditierungskritische Standorte in diesem Bereich Akkreditierungen anstreben.

Besonders bedeutsam erscheinen die Rekrutierung und das Coaching von Akkreditierungs-Sachverständigen. Hier kann es nicht darum gehen, persönliche Präferenzen oder „Best Practices“ des Heimatstandortes einzubringen. Vielmehr muss durch geeignete Auswahl und gezieltes Coaching darauf hingewirkt werden, dass sich Akkreditierungssachverständige als Qualitätsmanagement-Coaches verstehen, die den Universitäten standortspezifisch bei der Bewertung des Ausgangszustands, Definition von Entwicklungszielen und Planung/Kontrolle der Weiterentwicklung beratend zur Seite stehen.