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Bericht zur Arbeitstagung

"Elektronische Prüfungen - Rückblick und Ausblick" am 13. November 2014 in Göttingen

 

 

Foto: Ronald Schmidt

Am 13. November 2014 fand im Historischen Gebäude der SUB Göttingen eine Arbeitstagung des VHB zum Thema „Elektronische Prüfungen – Rückblick und Ausblick“ statt.

 

Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, Studierende mit Hilfe elektronischer Hilfsmittel zu prüfen. Die Einführung dieser technischen Hilfsmittel wurde mit der Hoffnung begleitet, den Prüfungsaufwand für die Dozenten massiv zu senken und gleichzeitig valide Ergebnisse zur Leistungsbeurteilung der Studierenden zu erzielen.

Zurzeit gibt es noch kein klares Bild, was die Nutzung der e-Klausuren angeht. An der Universität Bremen beispielsweise wird das Angebot sehr intensiv verwendet: Dort werden über 5.500 Prüflinge pro Semester geprüft und mittlerweile alle Fachbereiche beteiligen sich an dem System. Andere Hochschulen haben das System zwar einsatzbereit, die Nachfrage hält sich aber noch in Grenzen.

Es war an der Zeit zu untersuchen, inwieweit sich diese technischen Hilfsmittel durchgesetzt und ob sie die damit verbundenen Erwartungen erfüllt haben und welchen neuen Herausforderungen wir uns in Bezug auf elektronische Prüfungen stellen müssen. Ebenfalls wollten wir der Frage nachgehen, welchen neuen Herausforderungen wir uns in Bezug auf elektronische Prüfungen stellen müssen.

 

Zu diesem Thema hatte Herr Professor Dr. Dr. Andreas Löffler als für das Ressort „Lehre“ zuständiges Vorstandsmitglied im VHB Referenten eingeladen, die über die Einrichtung von digitalen Centern für elektronische Prüfungen und über Ihre Erfahrungen berichteten.

 

Einleitend hieß Herr Löffler die Teilnehmer willkommen und gab in seinem Vortrag ein paar „Anmerkungen zum Prüfungsrecht und eKlausuren“. Dabei wies er darauf hin, dass die Hochschulgesetze und Prüfungsordnungen in jedem Bundesland und von Hochschule zu Hochschule verschieden sind. In manchen Texten sind bereits eKlausuren mit ihren Besonderheiten verankert, aber bei weitem nicht in allen. Die Gerichte verlangen beim Erstellen und Durchführen von elektronischen Prüfungen bestimmte Prinzipien: So müssen bei MC-Fragen beispielsweise die Fragen von mindestens zwei Prüfern gestellt werden, eine relative Bewertung (das so genannte 60-Prozent-Urteil) muss eingehaltne werden und die Chancengleichheit der Prüflinge muss gewahrt sein.

 

Nach seiner Einleitung stellte Alexander Schulz,  Koordinator des Arbeitsbereichs E-Examinations, in seinem Vortrag „Lessons Learned: Möglichkeiten und Grenzen von E-Examiniations“ das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin vor.

 

 

 

Durch den Bologna-Prozess wurden an deutschen Hochschulen seit Mitte der 2000er Jahre vielfältige inhaltliche und damit auch administrative Veränderungen angestoßen. Die formalen Folgen der Veränderungen sind insbesondere an Massenuniversitäten für Dozierende und Studierende noch immer deutlich wahrnehmbar. Dozierende beklagen weiterhin die hohe Zahl durchzuführender Prüfungen, während Studierende wochen- bis monatelang auf die Ergebnisse bestehensrelevanter Prüfungen warten müssen.

Insbesondere auf computergestützten Prüfungen lag seitdem die Hoffnung, durch zeitliche Einsparungen in der Bewertungsphase die Lehrenden wieder zu entlasten und den Studierenden Prüfungsergebnisse somit schneller mitteilen zu können.

An der Freien Universität Berlin befasst sich das Center für Digitale Systeme (CeDiS) am Arbeitsbereich „E-Examinations“ seit 2007 mit den Möglichkeiten und Grenzen, die computergestützte Prüfungen bieten. Seit Februar 2013 steht an der Freien Universität Berlin mit dem E-Examination Center (EEC) eines der modernsten und größten Prüfungszentren im deutschsprachigen Raum zur Verfügung. Bis Ende November 2014 wurden dort mehr als 17.000 Studierende computergestützt geprüft.

 

Herr Schulz betonte, dass ein eigenes Prüfungszentrum mit homogenen Endgeräten die Gleichbehandlung gewährleistet. Der Investitionsaufwand ist aber relativ hoch und man muss auch die Folgeinvestitionen berücksichtigen, die sich leicht in sechsstelliger Höhe bewegen.

 

In einer intensiven Diskussionsrunde wurden verschiedene Punkte besprochen. So werden besondere Anforderungen an den Raum und im Raum gestellt, z. B. muss die Lautstärke der Geräte und der Tastaturen bedacht werden. Aber auch andere Themen wurden angesprochen, z. B. wie Nichtauslastungsphasen genutzt werden (für die Vorbereitung zukünftiger Prüfungen), wie gleichwertige Prüfungen zur Verfügung gestellt werden können, da immer nur eine bestimmte Menge an Personen gleichzeitig den Raum nutzen kann und es oft mehrere Durchgänge gibt.

 

An den Vortrag von Herrn Schulz schloss sich ein weiterer Bericht an. Dr. Jens Bücking stellte in seinem Vortrag „Zukünftige Herausforderungen bei eKlausuren“ das Zentrum für Multimedia in der Lehre (MML) der Universität Bremen vor.

 

 

 

Die Universität Bremen nutzt eKlausuren bereits seit 10 Jahren. Es gibt einen eigenen Multimediaraum, wo die Prüfungen geschrieben werden. Herr Bücking berichtete, dass in der Wirtschaftswissenschaft mittlerweile die Hälfte der Klausuren im Grundstudium als eKlausuren geschrieben werden. Mittlerweile nutzen alle 12 Fachbereiche der Universität Bremen eKlausuren.

Herr Bücking weist darauf hin, dass bei der Erstellung von Fragen für eKlausuren die Überprüfung der Fragen genau so viel Zeit in Anspruch nimmt wie die Fragenentwicklung.

Die Datensicherheit bei ePrüfungen spielt eine wichtige Rolle, weshalb die Universität Bremen in Ihrem Zentrum ein geschlossenes Netzwerk verwendet, welches keinen Zugang zum Internet hat.

Er berichtet, dass die Universität gerade neue Server angeschafft hat, da die alten von 2006 veraltet waren. Weiterhin ist die Anschaffung neuer PCs geplant, da diese auch schon älter (2007) sind. Die Kosten für die Folgeinvestitionen müssen eingeplant werden.

An der Universität Bremen wurde die Prüfungsordnung an die eKlausuren angepasst.

 

In seinem Vortrag „Vom eLearning zum ubiquitären Lernen“ stellte Prof. Dr. Rainer Thome von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg die Entwicklung und Integration technischer Neuerungen in den universitären Alltag am Beispiel der Arbeit an seiner Universität vor.

 

 

  • 04 Thome.pdfFolien zu "Vom eLearning zum ubiquitären Lernen"

 

Bereits 1991 bis 2001 bot die Universität ein eLearnsystem (erst auf CD, später auf DVD) an. Eine Weiterentwicklung dieses Systems an die modernen Gegebenheiten wurde jetzt wiederbelebt. Er betont, dass man sich Gedanken machen muss, wie und was wir zukünftig lernen müssen, da mittlerweile Maschinen viele Abläufe übernommen haben. Er selbst bietet seinen Studierenden eine App an, mit der sie während seines Vortrages Antworten auf bestimmte Fragen geben können. Außerdem werden seine Vorlesungen auch on-demand angeboten. Das wird sehr genutzt.

 

Nach dem Vortrag von Herrn Thome gaben Prof. Dr. Timo Schmid von der Freien Universität Berlin und Dr. Pablo Burgard von der Universität Trier zwei Erfahrungsberichte unter dem gemeinsamen Titel „eKlausuren – Zwei Beispiele aus der Praxis“ zum Umgang an Ihren Fachbereichen mit eKlausuren bei Statistikprüfungen.

 

Herr Burgard stellte dabei das eLite-Projekt vor, in dem ein eigenes Programm für eLearning an der Universität Trier entwickelt wurde.

 

 

  • 06 Burgard.pdfFolien zu "E-Learning und E-Klausuren am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialstatistik, Universität Trier"

 

Herr Schmid gab einen umfangreichen Überblick über die Durchführung einer Prüfung von der Vorbereitungsphase, dem Tag der Klausur bis zur Nachbereitungsphase.

 

 

 

Während der Vorträge und der Pausen gab es intensive Gespräche zwischen Referenten und Teilnehmern und einen regen Erfahrungsaustausch. Die Arbeitstagung verlief mit 26 Teilnehmern erfolgreich und erhielt ein positives Feedback.

 

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an die Referenten sowie an die SUB Göttingen für das Bereitstellen der Räumlichkeiten im Historischen Gebäude.