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Mittwoch, 26. Juli 2017
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VHB Gruppe

  

Kernaktivitäten

 

79. Pfingsttagung des VHB

7. bis 9. Juni 2017 in St. Gallen

 

 

 

Wissenschaftliche Kommissionen

Bericht zur Arbeitstagung

 

 

Forschungsförderung in der Betriebswirtschaftslehre

Am 29. Februar 2008 fand auf dem neuen Campus der Johann-Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main eine Arbeitstagung zur Forschungsförderung in der BWL statt. Bei der Eröffnung betonten der Verbandsvorsitzende, Professor Albers, und das für den Workshop zuständige Vorstandsmitglied, Professor Pfingsten, die Wichtigkeit des Themas. Die Einwerbung von Forschungsmitteln – und zwar insbesondere solcher der DFG – ist ein wesentlicher Indikator für die Forschungsleistungen von Fakultäten und wird auch bei der hochschulinternen Mittelverteilung häufig berücksichtigt. Insofern geht es auch darum, die finanzielle Position der betriebswirtschaftlichen Fachbereiche durch erfolgreiches Einwerben entsprechender Mittel weiter zu stärken.

 

 

Die besondere Bedeutung der DFG wurde unter anderem dadurch deutlich gemacht, dass der für die BWL zuständige Programmdirektor, Michael Schuster, den Eröffnungsvortrag hielt. Er lieferte einen Überblick über Strukturen und Verfahren sowie Hinweise für die Antragstellung. Im Anschluss an sein Referat sowie im Verlauf des kompletten Tages stand er zudem für vielerlei Fragen als kompetente Auskunftsperson zu Verfügung.

 

 

 

In den nächsten Beiträgen wurden einzelne Programme und Förderkonzepte der DFG aus der Sicht betriebswirtschaftlicher Kollegen vorgestellt. Den Start machte Professor Wolfgang Ballwieser, Ludwig-Maximilians-Universität München, der als Mitglied des Fachkollegiums Betriebswirtschaftslehre über vielfältige Erfahrungen mit erfolgreichen und nicht erfolgreichen Anträgen verfügt. Auf dieser Basis arbeitete er deutlich heraus, welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit erhöhen, ein Vorhaben gefördert zu bekom­men. Seine Hinweise stellen eine wertvolle Checkliste bei der Antragstellung dar.

 

 

  

Professor Wolfgang Bühler, Universität Mannheim, berichtete anschließend als Mitglied einer DFG-Forschergruppe und früherer Mitinitiator eines DFG-Schwerpunktprogramms. Zum einen stellte er heraus, dass Interdisziplinarität oftmals zwar schön beschrieben, aber in der tatsächlichen Forschung nicht wirklich gelebt wird. Vor diesem Hintergrund sind für ihn besonders die fachlich konzentriert arbeitenden Forschergruppen und Schwerpunktprogramme wichtige Förderinstrumente. Dabei wurde auch deutlich, dass gewisse Spielregeln und Konsequenz bei deren Durchsetzung für erfolgreiche Forschungskooperationen unabdingbar sind.

  

 

 

Prof. Wolfgang Bühler
Prof. Wolfgang Ballwieser

 

Professor Lutz Hildebrandt, Humboldt-Universität zu Berlin, ist als einer von wenigen Betriebswirten derzeit Mitglied in einem DFG-Sonderforschungsbereich. Dieser ist eher von Volkswirten und Ökonometrikern dominiert. Eine Besonderheit im beschriebenen Fall ist die Notwendigkeit, den SFB während seiner Laufzeit Umstrukturierungen größeren Ausmaßes zu unterziehen. Diese Notwendigkeit resultiert daraus, dass einige wissenschaftlich erfolgreiche Kollegen zwischenzeitlich Rufe an andere Hochschulen angenommen haben.

   

In Vertretung des erkrankten Professor Weinhardt stellte Dr. Stefan Seifert, beide Universität Karlsruhe (TH), das Thema Graduierten-Kolleg vor. Er machte deutlich, dass geeignete Doktoranden-Gruppen aus Absolventen unterschiedlicher Studiengänge und unterschiedlicher Nationalitäten zusammengesetzt sein können. Ein solcher Mix trage wesentlich zur kreativen Atmosphäre bei. Von den Veranstaltungen, die im Rahmen eines Graduierten-Kollegs angeboten werden, profitierten im Übrigen auch die übrigen Doktoranden sowie die Fakultät insgesamt, weil eine verbesserte Forschungskultur entstehe.

 

 

 

Prof. Lutz Hildebrandt
Christian Gast

  

Den Abschluss des Tages bildete ein Blick über die deutschen Grenzen hinaus. Christian Gast von der Koordinierungsstelle EG der Wissenschaftsorganisationen, kurz KoWi, informierte über neue Fördermöglichkeiten der EU. Speziell ging es dabei um Programme des European Research Council. Bei deren erstmaliger Ausschreibung gab es so viele Anträge, dass die Auswahlgremien hochgradig überlastet waren. Für die Folgerunden wurde daraus gelernt, in dem die Antragshürden erhöht wurden. Festzuhalten ist, dass die Fördermöglichkeiten durch die EU auch von den Betriebswirten stärker verfolgt werden sollten.

 

 

 

Über alle Beiträge wurde im Plenum und in den Pausen intensiv diskutiert. Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass die über 70 Teilnehmer der ausgebuchten Veranstaltung unbeschadet einiger Änderungswünsche im Detail mit dem Workshop sehr zufrieden waren. Der VHB sieht das große Interesse und die guten Beurteilungen als Bestätigung für die Wahl und Ausgestaltung des Workshop-Themas an. Sein herzlicher Dank geht an die Referenten, die durch ihre Mitwirkung den Erfolg erst ermöglicht haben. Für die Zukunft kann davon ausgegangen werden, dass verbandseitig in regelmäßigen Abständen vergleichbare Veranstaltungen wieder angeboten werden.

 

 

  

Programm

  

10 Uhr 00 Begrüßung und Überblick
Prof. Dr. Dr. h.c. Sönke Albers (CAU Kiel)
Prof. Dr. Andreas Pfingsten (WWU Münster)

 

10 Uhr 15 Forschungsförderung durch die DFG in der Betriebswirtschaftslehre – Programme, Antragstellung und Erfahrungen Michael Schuster (DFG)

 

11 Uhr 30 Kaffeepause

 

12 Uhr Erfahrungsbericht eines DFG-Gutachters Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Ballwieser (LMU München)

 

12 Uhr 45 Mittagsimbiss

 

13 Uhr 30 Erfahrungsbericht zu DFG-Forschergruppen und -Schwerpunktprogrammen Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Bühler (U Mannheim)

 

14 Uhr 15 Erfahrungsbericht aus einem DFG-Sonderforschungsbereich Prof. Dr. Lutz Hildebrandt (HU Berlin)

 

14 Uhr 45 Kaffeepause

 

15 Uhr 15 Erfahrungsbericht aus einem DFG-Graduiertenkolleg Dr. Stefan Seifert (U Karlsruhe TH)

 

15 Uhr 45 Die neuen Förderungen des European Research Council Christian Gast (KoWi)

 

16 Uhr 45 Abschlussdiskussion

 

17 Uhr 15 Ende der Veranstaltung